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Nachhaltigkeitsexperten sehen wenig Fortschritt bei Erreichung der SDGs

23. März 2017

Über 500 Nachhaltigkeitsexperten verschiedener Sektoren in 74 Ländern wurden im Rahmen eines Surveys von GlobeScan und SustainAbility gebeten, die Fortschritte hinsichtlich der Erreichung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) sowie ihre relative Dringlichkeit zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten nur wenige Fortschritte bezüglich der einzelnen Entwicklungsziele sowie schlechte Fortschritte bei der nachhaltigen Entwicklung insgesamt sehen. 

Die Experten sind der Meinung, dass "Maßnahmen zum Klimaschutz (39%)", "hochwertige Bildung (26%)", "verantwortungsvoller Konsum (24%)" sowie "Frieden und Gerechtigkeit (24%)" und "reduzierte Ungleichheit (23%)" am wichtigsten sind, um den Gesamtfortschritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern. Die Befragten in allen Sektoren sind sich einig über die herausragende Bedeutung des Klimaschutzes im Vergleich zu den anderen globalen Zielen. Allerdings nennen afrikanische Experten "hochwertige Bildung" als das wichtigste SDG, während die Mehrheit der lateinamerikanischen Experten angibt, dass "reduzierte Ungleichheit" die oberste Priorität haben sollten.
Bei den Zielen "reduzierte Ungleichheit", "Leben unter Wasser", "Leben an Land" und "keine Armut" wird der geringste Fortschritt gesehen. Des Weiteren werden NGOs und Social Entrepreneurs als diejenigen identifiziert, welche die Ziele am meisten vorantreiben. Hingegen bewerten 61% der Experten die Leistung der nationalen Regierungen und 49% die des privaten Sektors als schlecht.

Unternehmensexperten wurden darüber hinaus gefragt, wie ihre eigenen Unternehmen auf die SDGs reagieren und wo sie die Chancen für den größten Einfluss sehen. Die Hälfte der 102 befragten Unternehmensexperten (51%) gab an, dass ihre Organisation auf die SDGs reagiert, indem sie Produkte oder Dienstleistungen entwickelt, die Lösungen im Einklang mit den globalen Zielen bieten werden. 35% erklärten, die Erreichung der Ziele durch öffentlich-private Partnerschaften oder im Rahmen von Multi-Stakeholder-Kooperationen zu verfolgen und 33% der Befragten gaben an, dass sie die SDGs nutzen um langfristige Nachhaltigkeitsstrategien oder -ziele für ihre Organisationen festzulegen. Nur wenige Firmenexperten erwähnen philanthropische Beiträge oder Bereitstellen von Geldern als eine Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen eine direkte Rolle bei der Bereitstellung von Lösungen einnehmen können.

Für den Survey wurden die Online-Fragebögen von 511 Nachhaltigkeitsexperten aus 74 Ländern und verschiedenen Sektoren ausgewertet. Der Survey wurde von GlobeScan, ein Forschungs- und Beratungsinstitut und SustainAbility, ein Think Tank und Beratungsstelle durchgeführt.


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