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oekom Corporate Responsibility Review 2017: Globale Transformationsprozesse – Unternehmen im Soll?

06. April 2017

Die unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research stellt in ihrem aktuellen Jahresbericht "Corporate Responsibility Review 2017" zur Nachhaltigkeit in der globalen Unternehmensführung erstmals einen mehr als nur leichten Aufwärtstrend fest. Dennoch ist der Verbesserungsbedarf in Richtung einer umfassenden Nachhaltigkeit weiterhin groß.

Bild: oekom

Unternehmen müssen laut des Berichts verstärkt auf Transformationsprozesse in der Wirtschaft reagieren und Nachhaltigkeit noch stärker als zuvor in ihr Kerngeschäft integrieren. Allerdings sind nicht alle Branchen für diese Chancen und Herausforderungen gleichermaßen gut aufgestellt. Während der Anteil der Unternehmen in der Spitzengruppe, die gute oder sehr gute Nachhaltigkeitsleistungen aufweisen und somit mit dem oekom Prime Status ausgezeichnet wurden, im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben ist (von 16,29% in 2015 auf 16,5% in 2016), ist der Anteil der Unternehmen im Mittelfeld, die zumindest grundlegende Ansätze für ein Nachhaltigkeitsmanagement zeigen, verhältnismäßig deutlich gestiegen (von 35,86% auf 40,15%). Mit 43,31% weist jedoch nach wie vor die größte Gruppe der Unternehmen unzureichende Leistungen auf. Dies sind aber immerhin knapp zehn Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren. Unter den jeweils bestplatzierten Unternehmen pro Branche stammen die meisten aus Frankreich (16 Unternehmen), gefolgt von Deutschland (12) und Großbritannien (11). Unter den Unternehmen mit Prime Status sind auch die SAP SE und Intel Corp. Die kontroversesten Branchen mit schwerwiegenden Verstößen gegen die Prinzipien des UN Global Compact stammen auch dieses Jahr wieder aus dem Rohstoffsektor.

Der oekom CR Review 2017 untersucht darüber hinaus anhand ausgewählter Branchen im Detail, wie Unternehmen auf Transformationsprozesse in der Wirtschaft reagieren und welche Beiträge sie zur Erreichung der SDGs konkret leisten. So stehen beispielsweise in der Automobilbranche als zentrale Herausforderungen die Markteinführung emissionsfreier Alternativen zum Verbrennungsmotor sowie das Voranbringen grundlegend neuer Mobilitätskonzepte, die verschiedene Verkehrsträger sinnvoll und nachhaltig miteinander vernetzen im Vordergrund. Die Lebensmittelindustrie gilt laut des Berichts als zentraler Mitverursacher globaler Megatrends wie Klimawandel, Ressourcenverknappung und Artenverlust. Die durchschnittliche Branchenperformance liegt bei 33,3 von 100 Punkten und zeigt somit Verbesserungsbedarf.

"Viele negative Auswirkungen des nicht-nachhaltigen Wirtschaftens wie der sich verstärkende Klimawandel oder zu Ende gehende Ressourcen haben sich mittlerweile finanziell materialisiert und sind deutlich wahrnehmbar. Auch wenn nicht alle Branchen gleichermaßen bereit sind für die Herausforderungen des Wandels, zeigt der Trend deutlicher als in den Vorjahren, dass es in die richtige Richtung geht," so Robert Haßler, CEO von oekom research. Der Aufwärtstrend ist laut des Berichts ist vor allem auf den Veränderungsdruck durch internationale Initiativen, staatliche Regulierungen, die gestiegenen Anforderungen des nachhaltigen Kapitalmarktes und ein allgemein gewachsenes Nachhaltigkeitsbewusstsein zurückzuführen.

Als Jahresbericht zur globalen Unternehmensverantwortung dokumentiert der oekom Corporate Responsibility Review seit 2009 die zentralen Entwicklungen bei der Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Unternehmensführung. Die Auswertungen beziehen sich auf rund 1.600 international tätige Großunternehmen mit Sitz in den Industrieländern, die Teil des insgesamt mehr als 5.600 Corporate-Emittenten umfassenden Universums von oekom research sind.


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