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BASF: Neue Methodik zur Bewertung sozialer Aspekte in der SEEBALANCE® entwickelt

10. Oktober 2017

2005 hat BASF erstmalig mit SEEBALANCE® eine Methodik vorgestellt, die Produkte und Prozesse unter Berücksichtigung aller drei Säulen von Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – bewertet. Diese Methode wurde nun hinsichtlich der Bewertung sozialer Aspekte grundlegend überarbeitet: Der Fokus liegt jetzt stärker auf einer qualitativen Betrachtung sozialer Aspekte.

Als BASF ihre Methode SEEBALANCE® im Jahr 2005 vorstellte, war es ein absolutes Novum, alle drei Dimensionen in einem gewichteten Ergebnis darzustellen und zu bewerten. Damals wurden alle Indikatoren quantitativ bewertet, was insbesondere bei der sozialen Analyse eine Herausforderung darstellte. Die Datenlage zu relevanten sozialen Indikatoren war und ist auch heute oft noch nicht ausreichend, insbesondere dann, wenn man Daten auf internationaler Ebene sucht. Dies erschwert zum Teil die Interpretation der Ergebnisse. „Inzwischen hat sich die Wahrnehmung von sozialen Faktoren allerdings stark verändert, sie sind beispielsweise durch die genaue Zieldefinition im Rahmen der SDGs viel stärker in den Fokus gerückt und konkreter geworden. Das waren genug Gründe für uns, die SEEBALANCE®-Methode zu überarbeiten“, so Dr. Peter Saling, Direktor Sustainability Methods der BASF SE.

Die Neuentwicklung der SEEBALANCE® nutzt nach wie vor die Ökoeffizienz-Analyse zur Bewertung der Umweltbelastung und Kosten einer Produktalternative. Die Bewertung der sozialen Dimension hingegen erfolgt im Rahmen der sogenannten „Social Analysis“ in zwei Schritten. In beiden Schritten werden die sozialen Bedingungen von Arbeitern, Konsumenten und von der Gesellschaft analysiert und bewertet. „Für diese ʻSocial Analysisʼ haben wir uns an neuesten Erkenntnissen und Standards, beispielsweise vom Roundtable for Product Social Metrics oder dem World Business Council for Sustainable Development orientiert“, erklärt Saling.

Neben einem sogenannten „Social Life Cycle Assessment“ im ersten Schritt, bei dem Informationen aus spezifischen Datenbanken und Firmeninformationen bewertet und transparent dargestellt werden, erfolgt im zweiten Schritt ein sogenanntes „Social Hot Spot Assessment“. Hier werden die wesentlichen sozialen Brennpunkte der jeweiligen Wertschöpfungskette analysiert und bewertet. Hot Spots erklären sich beispielsweise durch Arbeitsbedingungen, Gesundheitswesen und Menschenrechte oder durch Fragestellungen zur Gleichstellung von Männern und Frauen in einem bestimmten Land oder einer Industrie. Ein Beispiel ist der Vergleich eines bestimmten Produkts, das auf unterschiedliche Weise und vor allem an unterschiedlichen Orten hergestellt werden kann: Neben umweltbezogenen Faktoren und den Kosten, werden gesellschaftliche Bedingungen vor Ort in die Analyse einbezogen. Dazu gehören dann Fragen zur gerechten Bezahlung der Menschen vor Ort, geregelte Arbeitszeiten, ein funktionierendes Gesundheitssystem oder ähnliches.

Die Ergebnisse der „Social Analysis“ und der Ökoeffizienz-Analyse bilden dann gemeinsam die SEEBALANCE® Bewertungsmethodik. Somit ermöglicht die SEEBALANCE® einen Vergleich verschiedener Alternativen. Der Kunde erhält neben genauen Aussagen darüber, welche Alternative in der jeweiligen Kategorie die besten Ergebnisse aufweist, auch Optimierungspotentiale aufgezeigt, die sich separat für alle drei Dimensionen herleiten lassen, mit dem Ziel die Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten. Hinzu kommt, dass die einzelnen Kriterien mit den SDGs abgeglichen sind und so direkte Aussagen über die Auswirkungen auf die SDGs ermöglichen, wie zum Beispiel ein konkreter Beitrag eines Produkts zum Ziel des nachhaltigen Städtebaus.

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