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CSR im deutschen Mittelstand fördern - ExpertInnen diskutieren Erfahrungen und Perspektiven

28. April 2008

Am 28. April fand in Berlin der Expertenworkshop "CSR im deutschen Mittelstand fördern - Erfahrungen und Perspektiven" statt. Die TeilnehmerInnen diskutierten Möglichkeiten und Wege das Thema Corporate Social Responsibility im deutschen Mittelstand zu stärken und weiter zu verbreiten.

Verantwortliche Unternehmensführung hat im Mittelstand Tradition, doch die vollen Potenziale des CSR-Konzepts werden noch zu selten systematisch genutzt. Verschiedene Kampagnen und Projekte in Deutschland unterstützen mittlerweile die Verbreitung von CSR im Mittelstand. Hinzu kommt eine Vielzahl von Initiativen zu einzelnen CSR-relevanten Themenbereichen.

Während des Expertenworkshops nutzten CSR-Akteure und Multiplikatoren aus Wirtschaftsförderungen, Verbänden, gemeinnützigen Organisationen, Unternehmensberatungen, der ISO Working Group on Social Responsibility sowie VertreterInnen aus verschiedenen Bundes- und Landesministerien die Möglichkeit sich über laufende Programme und Projekte zur Förderung von CSR bei mittelständischen Unternehmen auszutauschen und zogen ein Zwischenresumée über den aktuellen Stand und die Entwicklung in Deutschland.

Tom Dodd von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Unternehmen und Industrie, gab zu Beginn des Workshops einen Überblick über die Aktivitäten der Europäischen Kommission zur Förderung der Verbreitung von CSR im Mittelstand und stellte die besonderen Herausforderung heraus, die bei der Unterstützung von KMU im Bereich CSR bestehen. 

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Peter Kromminga, UPJ, skizzierte die Arbeit der Europäischen Expertengruppe zu CSR und KMU, der er als von der Bundesregierung entsandtes Mitglied angehörte, und fasste die von der Expertengruppe erarbeiteten Empfehlungen zu einer erfolgreichen Verbreitung des CSR-Konzepts zusammen.

Der Geschäftsführer der GILDE Wirtschaftsförderung Rolf Merchel stellte das Projekt "Zukunft Mittelstand! Erfolgsfaktor gesellschaftliches Engagement" vor. Das Projekt unterstützt Mittelständler durch Workshops, Einzelgespräche und Informationen zu guten Beispielen aus Praxis. Für Hochschulen und Weiterbildungsorganisationen wurden zudem CSR-Lehrmaterialien entwickelt, die mittlerweile von über 30 Einrichtungen angefordert wurden.

Dr. Carmen Giese von der TÜV Rheinland Akademie berichtete über das Pilotprojekt "CSR in Berliner KMU". Das Pilotprojekt umfasst die Qualifizierung, Beratung und individuelle Begleitung von zehn Berliner KMU bei der Entwicklung einer unternehmensspezifischen CSR-Strategie und der Umsetzung erster Projektideen. Hierbei werden die Unternehmen durch erfahrene CSR-BeraterInnen individuell begleitet. Im Rahmen des Pilotprojekts werden zudem u.a. eine E-Learning Anwendung bereitgestellt sowie eine CSR-Scorecard für KMU entwickelt.

Moritz Blanke, UPJ, stellte die Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand" vor. Die Kampagne unterstützt mittelständische Unternehmen über praktische Beispiele, mit einer Reihe regionaler Informationsveranstaltungen und einfachem Handwerkszeug wie z.B. einem praxisnahen Leitfaden und einer CSR-Navigationshilfe dabei, mit Verantwortung zu gewinnen. Die Internetseite der Kampagne dient dabei als virtuelles Kompetenzzentrum sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Multiplikatoren in Verbänden, Kammern und Medien.

Einen Überblick über die durchgeführten und kommenden Aktivitäten im Rahmen der Initiative "Unternehmen für die Region" gab Arved Lüth von :response, der die Initiative der Bertelsmann Stiftung fachlich begleitet. Die Initiative macht gesellschaftliches Engagement kleiner und mittlerer Unternehmen auf einer interaktiven Landkarte sichtbar, zeichnet Erfolgsgeschichten aus dem Mittelstand aus und unterstützt Unternehmen, die als Verantwortungspartner gemeinsam mit weiteren Organisationen Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen einer Region suchen.

Peter Franz aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstrich in seinem Beitrag, dass globale Megatrends wie etwa der Klimawandel und der Umgang damit zu Schlüsselfragen auch für mittelständische Unternehmen werden. CSR biete die Chance diesen gesellschaftlichen Herausforderungen systematisch zu begegnen und provoziere gleichzeitig Innovation. Die Aufgabe der Politik müsse u.a. sein, deutlich zu machen, dass CSR gewünscht ist und auch entsprechend honoriert wird.

Die Veranstaltung ist Teil der UPJ-Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand". Die Kampagne wird gefördert durch die Europäische Komission. Als Partner treten der DIHK und econsense - Forum nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft auf.