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Unternehmenskooperationen: Konzepte, Nutzen, Wirkungen

30. März 2009

Immer mehr Unternehmen mischen sich durch die Kooperation mit sozialen Organisationen aktiv in die Lösung gesellschaftlicher Probleme in ihrem Umfeld ein. Ein Artikel aus den "Blättern der Wohlfahrtspflege" beschreibt Konzepte, Nutzen und Wirkungen aus Sicht von sozialen Organisationen.

Viele Unternehmen erkennen, dass sie ihr Umfeld mehr als bisher beachten müssen, weil Entwicklungen außerhalb des Unternehmens als "weiche" Standortfaktoren für unternehmerisches Handeln an Bedeutung gewinnen. Bildung, sozialer Zusammenhalt, Toleranz, eine bedarfsbezogene soziale und kulturelle Infrastruktur, Eigeninitiative, Familienfreundlichkeit, Gesundheit, Qualifikation für Ausbildung und Arbeit und viele andere "Zuständigkeits"-Bereiche sozialer Organisationen werden allmählich als wichtige Faktoren auch für die regionale Wirtschaftsentwicklung erkannt. Diese Entwicklung gelangt allmählich ins öffentliche Bewusstsein und drängt auch im Sozialbereich zu einer Auseinandersetzung mit Unternehmenskooperation und Corporate Citizenship.

Neues unternehmerisches Selbstverständnis
Corporate Citizenship ist der Oberbegriff für diese neue Art und Weise des Engagements von Unternehmen in ihrem Umfeld: Unternehmen, die ihre - über die eigentliche Geschäftstätigkeit im engeren Sinne hinausgehenden - gesellschaftsbezogenen Aktivitäten bündeln und strategisch auf übergeordnete Unternehmensziele ausrichten, kooperieren in der Regel mit anderen Akteuren vor Ort, um eine in ihrem Sinne wünschenswerte Entwicklung des Gemeinwesens mit zu gestalten. Engagement wird somit zu einem "Investment" in die Schaffung positiver Umfeldbedingungen, womit die Aspekte Nachhaltigkeit und Problemlösung zentral werden. Praktisch bedeutet das, dass nicht nur große, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen von ihrem Engagement im Gemeinwesen zunehmend einen gewissen Nutzen erwarten - für die Unternehmensentwicklung ebenso wie für die Erweiterung der Funktions- bzw. Problemlösungsfähigkeit im Gemeinwesen.

In solchen Projekten setzen Unternehmen immer öfter nicht mehr nur Geld und Sachmittel, sondern eine Vielzahl von Ressourcen und Instrumenten ein. Der Nutzen, den Unternehmen mit Corporate Citizenship Aktivitäten anstreben, geht dabei weit über Werbung und Image hinaus und liegt z.B. in den Bereichen  Personalentwicklung, Marketing und Vertrieb sowie Regionalentwicklung.

Systematisch betrachtet ist Corporate Citizenship dabei "nur" die gesellschaftlich-soziale Komponente eines sehr viel breiteren Konzepts gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Corporate Social Responsibility (CSR) umfasst eine noch breitere Palette an Themen und reicht in alle Bereiche der Unternehmenstätigkeit. Gesellschaftliche Verantwortung wird demnach bezogen auf die eigentliche Geschäftstätigkeit, die Produkte und Produktionsprozesse (Markt), ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen zu den MitarbeiterIinnen (Arbeitsplatz) und Anspruchsgruppen im Gemeinwesen (Corporate Citizenship).


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