Personalentwicklung als Einstieg in das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen

03. April 2003

Der Beitrag stellt das von der agentur mehrwert entwickelten Konzeptes "Lernen in fremden Lebenswelten" vor und zeigt wie durch den Kontakt mit Menschen in besonderen Lebensumständen und die Herausforderung, sich unvorhersehbaren Situationen auszusetzen, die personale und soziale Kompetenz von MitarbeiterInnen gefördert werden kann.

Mehr und mehr Unternehmen entdecken die besondere Qualität und den hohen Nutzen solcher Personalentwicklungs-Maßnahmen sowohl für Auszubildende, als auch für Führungskräfte. Das Interessante an solchen Konzepten ist, dass nicht nur das Unternehmen einen konkreten Nutzen davon hat, sondern auch die andere Seite, die soziale Organisation und deren Klientel. Durch den Perspektivenwechsel wird Sozialkompetenz entwickelt und gleichzeitig Soziales Kapital gesteigert, wovon das Gemeinwesen insgesamt profitiert.

Soziale Kompetenz - Drei Reichweiten
Warum ist Soziale Kompetenz heutzutage in aller Munde und wird immer wichtiger?  Soziales Lernen und die Entwicklung kommunikativer und sozialer Kompetenzen hat drei verschiedene Reichweiten, die es in den Blick zu nehmen gilt:

  • die individuelle Lebensgestaltung Menschen müssen in der Lage sein, an fremden Orten soziale Netzwerke zu knüpfen.
  • die Anforderungen der Arbeitswelt Gruppenarbeit und Teamprozesse sind gegenüber dem Spezialisten und Einzelkämpfertum zum bestimmenden Arbeitsmuster geworden.
  • ein funktionierendes Gemeinwesen In einer demokratiefähigen Gesellschaft müssen Einzelinteressen gegenüber Gruppeninteressen zurückgestellt werden können und diese wiederum ausgehandelt werden.

In diesem Kontext hat die agentur mehrwert das Konzept "Lernen in fremden Lebenswelten" entwickelt, das die aktuellen Lerntheorien der Erwachsenenpädagogik berücksichtigt und gesellschaftstheoretisch an den zivilgesellschaftlichen Diskurs anknüpft, der gegenwärtig in Politik und Gesellschaft geführt wird. Orte, in denen Soziales Lernen stattfindet, sind zum einen Familie und Bildungsinstitutionen, zum anderen zivilgesellschaftliche Formationen, wie Vereine, Verbände, Gruppierungen, Bürger(rechts)bewegungen. Initiativen also, deren Zielsetzung über das Interesse von Privatpersonen und kleinen Teilgruppen hinausgeht und dem Dritten Sektor zugerechnet werden.

Ein Beitrag von Gabriele Bartsch von der mehrwert gGmbH. mehrwert ist Mitglied im UPJ-Mittlernetzwerk. Aus: Holger Backhaus-Maul / Hasso Brühl (Hrsg.): Bürgergesellschaft und Wirtschaft - zur neuen Rolle von Bürgern, Verwaltungen und Unternehmen. Deutsches Institut für Urbanistik: Berlin 2003.


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