Shell 10 Jahre nach Brent Spar

30. April 2005

In einem ZEIT-Interview bezeichnet Kurt Döhmel, Chef der Deutschen Shell, das Debakel um die Ölplattform "Brent Spar" als "Weckruf" und beschreibt die Lehren, die Shell daraus gezogen hat.

Döhmel: Bei uns jedenfalls ist nachhaltiges Wirtschaften und soziales Denken nicht irgendwo im vierten Stock, Zimmer XY, angesiedelt, sondern es ist integraler Bestandteil unseres täglichen Geschäfts. Wenn es nicht tief in den Köpfen der Mitarbeiter und in den Strukturen eines Unternehmens verankert wird, bleibt es ein Lippenbekenntnis. Eine Unterabteilung des Marketings.

ZEIT: Wie haben Sie es denn verankert?

Döhmel: Beispielsweise wird Shell nicht an Orten, die zum Weltnaturerbe zählen, nach Bodenschätzen suchen. Allen Investitionen gehen integrierte Umwelt-, Sozial und Gesundheitsgutachten voraus. Wir haben den Emissionshandel vorangetrieben und dafür auch den Konflikt mit den Wirtschaftverbänden nicht gescheut. In Deutschland produzieren wir Solarzellen. Nachhaltiges Wirtschaften ist sogar integraler Bestandteil unserer Vergütungsstrukturen. Der Bonus jedes Shell-Managers bemisst sich zu 20 Prozent danach, wie weit er die Ziele nachhaltigen Wirtschaftens erreicht. In Deutschland hat Shell eine Stiftung geschaffen, die die Mitarbeiter in ihrem eigenen sozialen Engagement unterstützt.


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Brent Spar und die Folgen (1744kb)
Ein ausführlicher Report von Greenpeace zum Herunterladen.

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