Ein Unternehmen zeigt Flagge - Prävention von Rechtsextremismus als unternehmerische Aufgabe

20. Dezember 2004

In einem Aufsatz beschreibt Dr. Herbert Nicolaus, wie das Unternehmen EKO Stahl in Eisenhüttenstadt auf rechtsextremistische und fremdenfeindliche Tendenzen und Gewaltakte in der Gesellschaft reagiert. EKO ist Mitglied bei "Unternehmen: Aktiv im Gemeinwesen", dem von UPJ initiierten Corporate Citizenship-Netz engagierter Unternehmen.

"Wir, die Geschäftsführung der EKO Stahl GmbH, wenden uns gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus in den Betrieben." Dieses Bekenntnis steht am Beginn eines Aufrufes vom Sommer 1998, mit dem unser Unternehmen öffentlich auf die Zunahme an rechtsextremistischer und fremdenfeindlichen Gewaltakten in der Gesellschaft reagierte. In einer Zeit als die demokratischen Parteien und mit ihnen die besorgte Öffentlichkeit noch gebannt diesem Phänomen gegenüberstanden und die Ausländerdiskussion zum Thema des Wahlkampfes 1998 wurde, war es die Geschäftsführung von EKO Stahl, die zu einer Kampagne gegen rechte Gewalt und für Toleranz aufrief. Sie sah es an der Zeit, sich einzumischen und öffentlich zu der Problematik Gewalt und Fremdenhass Stellung zu beziehen.

Am Ende des 20. Jahrhunderts warfen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus dunkle Schatten auf den Namen und das Image des geeinten Deutschlands. Auch das Land Brandenburg blieb davon nicht verschont. „Das macht uns besorgt. Wir wissen, dass dies von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert wird. Aber wir müssen den Ansätzen wehren: im Betrieb, in der Kommune, im Land“, heißt es in unserem Aufruf. Es war also an der Zeit, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass es weder in Deutschland noch in Brandenburg eine schweigende Mehrheit gibt, die Intoleranz, Rassismus und menschenverachtende Gewalt einfach hinnimmt. Das Gros der Menschen in unserem Land steht für ein humanes, weltoffenes und tolerantes Brandenburg, für das friedliche Zusammenleben aller. ...