Neue Wege zu sozialem Engagement für Hochschüler

28. Juli 2010

Bereits zum zweiten Mal macht die gemeinnützige Agentur mehrwert bundesweit Multiplikatoren fit macht für die Einführung Sozialer Lernprogramme an Hochschulen. Damit will die Stuttgarter Agentur erreichen, dass möglichst viele Studierende sich in sozialen Einrichtungen engagieren können und dabei qualifiziert begleitet werden.

Beim sozialen Lernen für Studierende, das unter dem Label "Do it" läuft, engagieren sich Studierende während des Semesters für mindestens 40 Stunden in sozialen Einrichtungen und erhalten dafür Bonuspunkte. "Wer an dem Training teilnimmt, kann Do it! im Anschluss selbständig an einer Hochschule umsetzen", so Gabriele Bartsch von der Agentur mehrwert. Do it! selbst fördert soziale, kommunikative und methodische Kompetenzen und ist eine besondere Chance, außerhalb des Hörsaals prägende Lernerfahrungen zu machen. "Dass das Interesse am Training so hoch ist, zeigt, wie erfolgreich die Idee von Do it! ist", betont Gabriele Bartsch.

Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Empathie sind Schlüsselkompetenzen, ohne die Studierende sich später schwer tun, aktiv an der Arbeitswelt und der Gesellschaft teilzuhaben. Do it! ist ein Ansatz, diese Schlüsselqualifikationen schon während der Ausbildung an einer Universität oder Fachhochschule zu trainieren.

Bei dem angebotenen Training lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie Do it! an Hochschulen eingeführt und in die Praxis umgesetzt werden kann. Das Besondere des Angebotes ist, dass während des Trainings ein eigenes Praxisprojekt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entwickelt wird und sie während dieses Prozesses gezielt gecoacht werden. Das Training findet in der Zeit von 31. März bis 1. April und 24. bis 25. November 2011 in der Bundesakademie für Kirche und Diakonie, Berlin, statt. Die Idee, Engagement ("service") mit Lernen ("learning") zu verknüpfen, stammt aus den USA. Seit den 90er Jahren bieten US-amerikanische Hochschulen Programme an, die es den Studierenden ermöglichen, soziale Lernerfahrungen zu machen. In Deutschland haben seit dem Jahr 2004 auf Anregung von Diakonie Württemberg und Agentur mehrwert bereits mehrere hundert Studierende aus Hochschulen prägende soziale Erfahrungen durch Do it! gemacht.

Egal ob im Altenheim, im Sozialpsychiatrischen Dienst, in der Werkstatt für Behinderte oder bei der Mobilen Jugendarbeit: Eines haben diese Lernfelder gleich. Der Einblick in andere soziale Realitäten ist Herausforderung und Lernchance zugleich. Bei diesem Engagement lernen Studierende ihre Stärken und auch ihre Grenzen kennen, profitieren von Begegnungen, bei denen Emotionalität, Herzlichkeit, Nähe und Distanz – aber auch Betroffenheit und Leid eine große Rolle spielen. Sie lernen "Fremdes" kennen und setzten sich mit ihren eigenen Werten und Normen auseinander. "Do it! war eine einmalige Chance, über den Tellerrand der Universität zu schauen", so eine Studentin. Entscheidend für den Erfolg von Do it! ist letztendlich aber die gelungene Einbindung in das Curriculum der Hochschule.

Für das viertägige Training, das im nächsten Jahr in zwei Blöcken in Berlin stattfinden wird, sind noch wenige Plätze frei. Gefördert wird es durch die Robert-Bosch-Stiftung.

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