T-Shirts im CSR-Test der Stiftung Warentest

30. Juli 2010

Wenn ein T-Shirt im Laden regulär 3 Euro kostet - kann es dann fair und umweltfreundlich produziert sein? Die Stiftung Warentest ging der Sache in ihrer August-Ausgabe auf den Grund. Sie schaute sich 20 Anbieter von Basis-T-Shirts aus einem Produkttest auch hinsichtlich des Einsatzes für Umwelt und Beschäftigte, Unternehmenspolitik, Verbraucherinformation und Transparenz genauer an.

Schreckensmeldungen aus asiatischen Nähfabriken sind keine Seltenheit: In Bangladesch etwa demonstrieren Näherinnen derzeit für eine Erhöhung ihres Mindestlohns - von 20 auf 58 Euro im Monat. Auch die Mehrzahl der deutschen Modeketten lässt in solchen Billiglohnländern produzieren. Das zeigt der CSR-Test von T-Shirts. Die Tester recherchierten soziale und ökologische Produktionsbedingungen in zehn Ländern. Echten Einsatz für Menschen und Umwelt zeigt am Ende nur ein Modeanbieter - hessnatur. Viele enttäuschen und nehmen ihre Verantwortung nur begrenzt wahr.

Engagiert zeigten sich nur sechs Anbieter, der Rest lediglich in Ansätzen oder in bescheidenen Ansätzen. Oft können Fabrikarbeiter ihre Lebenskosten mit ihrem Lohn kaum decken, wie die Prüfung der Unterlagen und Gespräche vor Ort ergaben. Mexx, NKD, zero sowie H&M verweigerten die Auskunft.

Bei C&A fiel positiv auf, dass sich beide indischen Fertigungsstätten durch eine weit entwickelte Sozial- und Umweltpolitik auszeichnen. Anbieter Otto konnte dagegen nicht nachweisen, dass sein T-Shirt tatsächlich aus Bio-Baumwolle besteht - und das, obwohl für jede Stufe vom Anbau bis zum Händler Zertifikate vorliegen müssten. Auch bei den Bio-Baumwoll-T-Shirts von armedangels, panda und trigema wissen die Tester nicht, ob beim Anbau Biokriterien eingehalten wurden. Dafür konnten die Tester feststellen, dass Ernsting’s family und Peek&Cloppenburg in Bangladesch in anständiger Weise produzieren lassen und neben den kargen Mindestlöhnen extra Boni zahlen.

Handeln Unternehmen von sozial und ökologisch korrekt? Gehen sie fair mit ihren Mitarbeitern um? Investieren sie in Aus- und Weiterbildung? Die Stiftung Warentest untersucht im Rahmen ihrer Produkttest unregelmäßig auch die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. Unter anderem wurden bisher z.B. Digitalkameras, Fernseher, Fußbälle, Waschmittel, Garnellen und Tiefkühllachs unter die Lupe genommen.