Kooperationen zwischen Umweltorganisationen und Unternehmen als Lern- und Experimentierfelder für nachhaltiges Wirtschaften

08. März 2018

Die Anzahl der Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich angestiegen. Ein Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamts und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat den Stand von Forschung und Praxis untersucht. Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und Fallstudien wurden nun veröffentlicht.

Bild: UfU

Das Projekt wurde durch ein Team bestehend aus Unabhängigem Institut für Umweltfragen (UfU), dem Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und UPJ umgesetzt. Die jetzt vorgelegte Studie liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme zum Thema Kooperationen zwischen Umweltorganisationen und Unternehmen. Franziska Sperfeld, Umweltwissenschaftlerin und Projektleiterin am UfU hält als wichtiges Ergebnis fest: "Kooperationen sind ein wichtiges Lern- und Experimentierfeld für nachhaltiges Wirtschaften, weil Ressourcen und Kompetenzen gebündelt werden, um gemeinsame Lösungswege zu gehen." Es entwickle sich, so Sperfeld, eine gute Praxis in diesem Bereich. Kooperationen sollten aber dennoch nur als komplementäres Instrument verstanden werden, weil auch die Watchdog-Funktion der Umweltorganisationen ein wichtiger Treiber für nachhaltige Entwicklung ist. Deshalb müsse die Balance zwischen Kooperation und Konfrontation in jeder Organisation, aber auch in der Umweltszene insgesamt gut austariert werden.

"In der Öffentlichkeit werden Kooperationen von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen immer noch vor allem mit Spenden und Sponsoring in Verbindung gebracht - also mit einer eher passiven Zurverfügungstellung finanzieller Mittel", so Moritz Blanke, Senior Projektmanager bei UPJ. "Die Praxis der Zusammenarbeit von Umweltorganisationen und Unternehmen, mögliche Kooperationstypen und der damit verbundene Nutzen sind aber deutlich vielfältiger. Kooperationen werden daher von immer mehr Organisationen nicht ausschließlich aus einer Fundraisingperspektive betrachtet und Unternehmen verstehen die Zusammenarbeit als lohnende Investition in die eigene Wettbewerbsfähigkeit", so Blanke weiter.

Letztlich müsse sich so "eine Kooperation daran messen lassen, welchen Effekt sie auf die Umwelt hat", ergänzt Christine Hobelsberger, Wissenschaftlerin am IÖW. Allerdings sei der Umweltnutzen teilweise schwierig oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu bewerten. Als Faustregel lässt sich aber festhalten: Kooperationen, die an der Ursache von Umweltzerstörung ansetzen und unternehmerisches Handeln entsprechend transformieren, generieren einen nachhaltigeren Nutzen für die Umwelt.