Commerzbank: Neues „Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft“ definiert

01. Juni 2018

Banken können bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Wesentlich ist dabei die Frage, wie sie mit Umwelt- und Sozialrisiken in ihrem Kerngeschäft, zum Beispiel Kreditentscheidungen umgehen. Die Commerzbank hat bereits im Jahr 2008 einen Managementansatz zum Umgang mit diesen Risiken definiert. Anfang 2018 hat die Bank nun ein „Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft“ veröffentlicht.

Die frühzeitige Identifizierung und Steuerung ökologischer und sozialer Risiken ist Aufgabe einer eigenen Einheit, dem Reputationsrisiko-Management. Seit 2008 hat die Commerzbank die Liste der Themen, die sie durch das Reputationsrisiko-Management beobachtet und bewertet kontinuierlich ausgebaut. Das neue „Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft“ erläutert unter anderem das bankinterne Management dieser Risiken und beschreibt den Prozess der Risikosteuerung mit Blick auf ökologische und soziale Risiken.

Darüber hinaus listet das Rahmenwerk allgemeine Ausschlusskriterien auf, die vorgeben, welche Geschäfte die Commerzbank generell nicht begleitet. Hierzu zählen zum Beispiel die Finanzierung neuer Kohlekraftwerke oder Projektfinanzierungen im Zusammenhang mit Fracking oder Arctic Drilling, also dem Bohren nach Öl in der arktischen Tiefsee. Weitere Ausschlusskriterien sind im Rahmenwerk in einer Tabelle übersichtlich dargestellt.

Außerdem sind übergreifende Anforderungen zur Achtung der Menschenrechte und zum Schutz indigener Völker dargelegt. Diese Themen werden unabhängig von der finanzierten Technologie oder dem technischen Rahmen des jeweiligen Projekts bei allen Prüfungen durch das Reputationsrisiko-Management berücksichtigt.

Für Themenfelder, die für soziale und ökologische Risiken besonders anfällig sind, hat die Bank branchenspezifische Anforderungen formuliert. Sie umfassen neben den Bereichen Bergbau, Energie und Grundnahrungsmittel, auch die Themen Land- und Forstwirtschaft, Öl und Gas sowie den gesamten Bereich Rüstung, für den die Commerzbank bereits im Jahr 2008 eine eigene, vom Vorstand beschlossene und unternehmensweit verbindliche Richtlinie implementiert hat.

"Insgesamt soll das ‚Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft‘ einen Beitrag zu mehr Transparenz über bestehende Prozesse, Anforderungen und Richtlinien leisten", so Volker Moege, Leiter des Reputationsrisiko-Managements der Commerzbank. Es wird – ebenso wie die darin beschriebenen Prozesse und Richtlinien – einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen und bedarfsweise angepasst.

Die Commerzbank ist Mitglied im UPJ-Unternehmensnetzwerk.