Deutscher Weg hin zu Nachhaltigkeit – es gibt noch viel zu tun

05. Juni 2018

Unter dem Titel "Thesen und Taten. Transformation!" veranstaltete der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) am 4. Juni 2018 im Berliner Tempodrom seine 18. Jahreskonferenz. Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), hat zur Eröffnung auf Lücken in der deutschen Nachhaltigkeitspolitik hingewiesen. "Ohne falschen Alarmismus müssen wir feststellen: Wir haben Anlass zu großer Sorge", so Thieme.

Foto: Ralf Rühmeier, © Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Die Einbrüche an biologischer Vielfalt seien erschreckend. Darüber hinaus stellte die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates Nachholbedarf bei der sozialen Nachhaltigkeit fest. "Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gehören zusammen", so Marlehn Thieme. Die von der Weltgemeinschaft beschlossene Agenda 2030 formuliere diese Aufforderung an alle Länder in vier knappen Worten: "Leave no one behind – niemand soll zurückgelassen werden", so die RNE-Vorsitzende. Es gehe um mehr Fairness im Zusammenleben der Menschen, um Teilhabe und Integration und den Abbau von Hindernissen für alle.

Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie wurde im Jahr 2016 neu verfasst und an die universellen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen angepasst. Die Bundesregierung hat den Rat für Nachhaltige Entwicklung nach 2009 und 2013 erneut mit der Organisation eines Peer Reviews, einem internationalen Expertengutachten zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik beauftragt. Auf der RNE-Jahreskonferenz überreichte die Leiterin der internationalen Expertengruppe Helen Clark, ehemalige neuseeländische Premierministerin und frühere Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, den Bericht an Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Das Expertengutachten sieht weiterhin Handlungsbedarf hinsichtlich Ambition und Geschwindigkeit bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.

Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin kommen jedes Jahr rund 1.000 hochrangige und engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft zusammen, um sich über die Zukunft der Nachhaltigkeitspolitik auszutauschen und diese mit konkreten Ideen und Maßnahmen voranzutreiben.