Nationales CSR-Forum beschließt Grundsatzpapier zur Unternehmensverantwortung in Liefer- und Wertschöpfungsketten

27. Juni 2018

Unter Leitung des Staatssekretärs im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Björn Böhning, hat am 25. Juni 2018 das Nationale CSR-Forum der Bundesregierung bei seiner Auftaktsitzung zur laufenden Legislaturperiode einen wichtigen Grundsatzbeschluss gefasst. UPJ und die Mitgliedsunternehmen ArcelorMittal, BASF, BMW und Haas & Co. Magnettechnik GmbH sind im CSR-Forum vertreten.

Mit dem "Berliner CSR-Konsens zur Unternehmensverantwortung in Liefer- und Wertschöpfungsketten" haben sich Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Kammern und Zivilgesellschaft sowie Mitgliedsunternehmen des CSR-Forums erstmals im Konsens darauf geeinigt, welche Anforderungen in einer globalisierten Wirtschaft an ein verantwortliches Management von Liefer- und Wertschöpfungsketten und seine betriebliche Umsetzung zu stellen sind. Ziel des "Berliner CSR-Konsenses" ist es, Unternehmen branchenübergreifend Orientierung zu geben, wie die unternehmerische Sorgfalt im Hinblick auf soziale, ökologische und menschenrechtliche Sorgfalt angemessen ausgeübt werden kann.

Staatssekretär Björn Böhning sagte: "Wenn wir eine neue soziale und ökologische Balance in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen wollen, dann brauchen wir ein gemeinsames Verständnis, was die Aufgabe und Pflicht von Staaten ist, und was in der Verantwortung von Unternehmen liegt. Dazu sind verbindliche nationale und internationale Standards unerlässlich." Ein besonderer Mehrwert des Dokuments liege in der herausgehobenen Bedeutung, die unternehmerischen Führungsprinzipien zugemessen werde. Gesellschaftliche Verantwortung könne nur dann lebendig und innovativ gelebt werden, wenn sich Unternehmensführungen klaren Prinzipien verpflichtet fühlten, so Böhning.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit einer breiten Gruppe von Stakeholdern den Berliner CSR-Konsens erarbeiten und verabschieden konnten. Gerade angesichts der schwierigen internationalen politischen Lage ist es ein sehr wichtiges Signal, mit einer Stimme zu sprechen, um nationalen und internationalen Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial-, Umwelt- und AntiKorruptionsstandards in Liefer- und Wertschöpfungsketten Geltung zu verschaffen und damit auf die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen hinzuwirken“, sagte Peter Kromminga, Geschäftsführender Vorstand von UPJ.

Der "Berliner CSR-Konsens" wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Forums unter Vorsitz von Prof. Dr. Josef Wieland (Direktor Leadership Excellence Institute Zeppelin, Zeppelin Universität) und Heino von Meyer (Leiter OECD Berlin Centre) erarbeitet. Das Dokument weist auf wichtige internationale Standards hin, leitet daraus Führungs- und Managementprinzipien für Unternehmen ab und erläutert die zentralen Elemente eines verantwortungsvollen Managements von Liefer- und Wertschöpfungsketten. Darüber hinaus wird dargelegt, was Sozialpartner, Kammern und Zivilgesellschaft beitragen können, um Unternehmen bei der Ausübung ihrer unternehmerischen Sorgfalt zu unterstützen und welche Erwartungen an Unterstützungsangebote der Bundesregierung gestellt werden.

Der "Berliner CSR-Konsens" ergänzt als ein durch nichtstaatliche Stakeholder erarbeitetes Dokument den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung. Die Mitglieder des CSR-Forums haben unterstrichen, die Umsetzung der VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland zu unterstützen.

Das Nationale CSR-Forum der Bundesregierung ist ein Multistakeholder-Gremium, das die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung einer koordinierten nationalen CSR-Strategie berät. Es bildet die Plattform für den Dialog der Bundesregierung mit den Stakeholdern. Zu den Mitgliedern gehören 34 stimmberechtigte nichtstaatliche Organisationen sowie zwei Vertreter nicht stimmberechtigter internationaler Organisationen (ILO, OECD).