Rio-Gipfel: Bundeskanzlerin sieht Schritte in die richtige Richtung
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 25. Juni die Ergebnisse des UN-Gipfels in Rio kritisch bewertet. "Die Rio-Ergebnisse sind hinter dem zurückgeblieben, was angesichts der Ausgangslage notwendig gewesen wäre."
Deutschland und Europa hätten sich für verbindliche Ergebnisse eingesetzt. Trotzdem habe es in Rio Schritte in die richtige Richtung gegeben, etwa beim Thema Green Economy oder bei der Stärkung des UN-Umweltprogramms.
Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, sagte zur UN-Konferenz: "Es war nicht das Rio, das wir uns gewünscht hatten. Ich verstehe die Enttäuschung der NGOs und der Kirchen. Mehr war ohne Zweifel nötig, aus meiner Sicht sogar möglich." Es käme nun darauf an, was aus den Ergebnissen gemacht wird. "Jetzt ist die Zeit der Politik", so Thieme. "Deutschland sollte vorangehen und innovativ sein." Als Beispiel hierfür schlug Thieme der Kanzlerin u.a. einen Nachhaltigkeitsbericht für den Bundeshaushalt vor. Die Regierung solle damit gegenüber Konzernen und großen Unternehmen gleichziehen, die ihren Geschäftsbericht mit einem Bericht über die nicht-finanziellen Leistungen und die Nachhaltigkeit begleiten.
Die Bundeskanzlerin mahnte in ihrer Rede: "Unsere Art zu leben und zu wirtschaften zeigt sich als nicht mehr zukunftsfähig. Wenn wir unsere Wirtschaftsweise nicht ändern, dann berauben wir uns unserer Lebensgrundlagen." Sie plädierte für ein qualitatives Verständnis von Wachstum, welches die Bedürfnisse der künftigen Generationen berücksichtigt. "Ein solches Verständnis von Nachhaltigkeit setzt sich in Deutschland durch. Was wir in zehn Jahren Nachhaltigkeitsstrategie erreicht haben, kann sich durchaus sehen lassen. Das ist auch ein Verdienst des Nachhaltigkeitsrates."
Marlehn Thieme entgegnete der Bundeskanzlerin: "Von uns bekommen Sie eine Garantie für kritische Anmerkungen – darin werden wir Ihnen weiterhin ein verlässlicher Partner sein."
Weitere Stimmen und Meinungen von NGOs und Politik zu Rio+20 hat Umweltdialog in einem Dossier gesammelt.

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