Runde Tische - Die "Arnheimer Herausforderung"

25. März 2009

Die Kommune Arnheim in den Niederlanden fördert das Engagement von Unternehmen im Gemeinwesen durch Runde Tische. Gerda Geudsen, die das Projekt veranwortet, berichtet hier über die gemachten Erfahrungen.

Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, privat-gemeinnützigen und öffentlichen Organisationen ist ein gutes und wichtiges Mittel, um die Lebensumstände in den Stadtvierteln von Arnheim zu verbessern. Auch in Arnheim sieht man das mehr und mehr ein. Darum wurde vor einiger Zeit das Programm die "Arnheimer Herausforderung" gestartet.

In dem Programm "Arnheimer Herausforderung" helfen jüngere Mitarbeiter/innen aus der Arnheimer Wirtschaft vermittelnd bei der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und sozialen Organisationen. Dies geschieht in "Gruppen am runden Tisch", in denen erfahrene Wirtschaftsführer/innen diese jüngeren Kolleg/innen mit dem ökonomischen Leben in Arnheim vertraut machen, so dass diese ihre eigenen Kontakte aufbauen können (1).

Für die Einrichtung der "Gruppen am runden Tisch" haben wir Arnheim organisatorisch in vier Gebiete eingeteilt. In jedem Gebiet können Vereine, Stiftungen und Gruppen von Bewohner/innen Vorschläge zu Projekten machen, die irgendwie zu einem besseren sozialen Klima im Stadtviertel führen. Diese Vorschläge werden zunächst in der zuständigen Gruppe am runden Tisch besprochen und nach etwaiger Annahme einem im Stadtviertel aktiven Unternehmen zur Übernahme nahe gelegt. Dieses Unternehmen wird dadurch zur Teilnahme an der Verbesserung der Lebensumstände in seiner näheren Umgebung "herausgefordert" (2).

Mit diesem Konzept haben wir im Mai 1999 die erste und im Frühjahr 2000 die zweite Gruppe gegründet. Im August 2000 ist es zur Gründung der dritten und vierten Gruppe am runden Tisch gekommen (3).

Neben den genannten Gruppen gibt es ein beratendes "Komitee" (4). Außerdem unterstützt eine so genannte "Resonanzgruppe" das Programm. In der Zusammenstellung der Gruppen zeigt sich, dass das Engagement der Wirtschaft und der Stadtverwaltung so intensiv ist, dass die Arnheimer Herausforderung schon jetzt ein Erfolg genannt werden kann. Die erste Gruppe am runden Tisch unterstützte unter anderem die folgenden Projekte:

  • Internetanschluss und drei Computer von UPC für das Jugendzentrum Push in Presikhaaf,
  • Begleitung der Hausaufgaben, Computer, Drucker und Kleinmaterial von der Kuiper Baugruppe für das Freizeitzentrum des Viertels Rijnwijk,
  • Arbeitskleidung und -wagen und Gerätschaften von Drost und Sohn und von Brinks Berufskleidung für die Straßensäuberungsgruppe in den Stadtvierteln Het Broek und Het Statenkwartier.
  • Ein Zirkus-Kurs für Kinder des Viertels Het Broek mit dem Ziel, Zusammenarbeit zu fördern, zustande gekommen durch die Unterstützung der BASF und
  • 50 Pentium-Computer der Wohnungsbaugesellschaft Portaal für verschiedene Freizeit- und Dienstzentren: Freizeitzentrum De Snuffelpaal, Spielplatz De Regenboog, internationales Frauenzentrum Oase, Activiteitencentrum, SWOA: het Budelhuis, Altentagesstätte, Stützpunkt De Weldam, Stützpunkt Sonsbeeksingel, Stützpunkt `t Altevelt, Stützpunkt Petersborg

Viele Unternehmen in Arnheim arbeiten gern an der Arnheimer Herausforderung mit. Aber wir haben auch gemerkt, dass manche Betriebe, um deren Mitarbeit gebeten wird, nicht immer und ohne weiteres zu dieser Mitarbeit imstande sind oder sogar an der Glaubwürdigkeit der um Unterstützung fragenden Organisation zweifeln. Es ist gerade die oben beschriebene Arbeits- und Organisationsweise, von der wir in dieser Hinsicht konkrete praktikable Lösungen erwarten, ebenso wie die Realisierung von noch mehr Projekten mit noch mehr Arnheimer Unternehmen, in denen Menschen sich um die Qualität und Kontinuität der Arnheimer Herausforderung bemühen.

Gerda Geurtsen ist Mitarbeiterin des Nachbarschaftszentrums "Stichting Rijnstad" in Arnheim/NL. Stichting Rijnstad ist Träger des Programms. Die Kommune Arnheim finanziert dem Träger 20 Std/Woche für die Betreuung des Programms. Kontakt: uitdaging@rijnstad.nl

Anmerkungen
(1) Die 8 Personen der ersten Gruppe am runden Tisch wurden eine/r nach dem anderen persönlich angesprochen - zunächst die vier "Älteren", dann die vier "Jüngeren", die dafür von ihren Unternehmen ermutigt wurden. Die ersten Personen, die ihre Beteiligung zugesagt hatten, wurden zuvor sorgfältig ausgewählt und dann um weitere Kontakte gebeten. Diese ersten Personen waren Führungskräfte aus der Wirtschaft, die sich in der Vergangenheit mit einem Engagement für die und einem Bekenntnis zur Stadt öffentlich hervorgetan haben.

(2) Eine/r der vier "Älteren" stellt den Kontakt zu einem Unternehmen (möglichst im gleichen Stadtteil) her, das für den jeweiligen Unterstützungs-Bedarf einer Organisation passen könnte, und eine/r der vier "Jüngeren" stellt dann dort das jew. Projekt und dessen Bedarf persönlich vor.

(3) Die Runden Tische treffen sich 4 mal im Jahr für einen halben bis einen Tag in der Arbeitszeit. Geplant sind 20 Projekte p.a. pro Runde.

(4) Bestehend aus folgenden Personen: Jansje Bouman (Beigeordnete der Stadt Arnheim), Gert Jan Rombout (Dezernent für Verkehr und Umweltschutz), Harrie de Vries (Direktor der BASF Arnheim), Henk Danser, (Direktor der Rabobank Arnheim).


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