10 Tipps zu Corporate Citizenship von Silke Ramelow

15. März 2009

10 Tipps von Silke Ramelow, Geschäftsführerin des Bildungscent e.V., einer Initiative der Herlitz PBS AG, Mitglied im Corporate Citizenship-Netzwerk von UPJ, aus der Zeitschrift Markt & Mittelstand.

Leben Sie Engagement vor
Nur sozialer Einsatz, der von Herzen kommt, zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt, ist glaubwürdig. Führungskräfte sollten diese Verantwortung vorleben und sich als Botschafter verstehen. Motivieren Sie alle Angestellten dazu, sich aktiv einzubringen.

Schaffen Sie Nähe
Corporate Citizenship eröffnet neue Wege, Kunden- und Mitarbeiter zu binden. Wie keine andere Aktivität überwindet das Engagement hierarchische Barrieren in Unternehmen: Chef und Pförtner arbeiten Seite an Seite im Kindergarten der Nachbarschaft; Kunde und Lieferant engagieren sich für eine Schule in der Region. Das Gefühl gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und etwas Sichtbares für das Gemeinwesen zu bewirken ist befriedigend und verbindend.

Wählen Sie sorgfältig aus
Unternehmen spenden, stiften oder sponsern. Dabei ist die Vergabe finanzieller Mittel nur eine Variante gesellschaftlichen Einsatzes. Ressourcen wie Sachmittel, Know-how, kostenlose Unternehmensleistungen, freigestellte Mitarbeiter, Gratis-Logistik und Kontakte zu Geschäftspartnern können ebenso gewinnbringend zum Einsatz kommen. Wichtig ist, eine individuelle Strategie aus dem eigenen Betrieb heraus zu entwickeln.

Integrieren Sie das Projekt
Viele setzen sich bereits für die Gesellschaft ein, allerdings ohne die wichtige, strategische Verankerung im Unternehmen. Ob das Engagement von den Abteilungen Personalentwicklung, Marketing oder Vertrieb ausgeht, hängt von der Betriebsstruktur, den Unternehmenszielen und dem geplanten Nutzen ab. Entscheidend ist, dass ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die einen langfristigen Aufbau möglich machen. Beständiges Engagement ist ein verlässliches Zeichen, dass die Aktivitäten gut zu Ihrer Firma und Ihrer Kernkompetenz passen.

Bleiben Sie der Sache treu
Wer sich sozial engagiert, bindet sich langfristig. Wer denkt “Das probieren wir ein halbes Jahr und prüfen, was es gebracht hat”, riskiert mehr Schaden als Nutzen. Sowohl Kooperationspartner als auch die Verantwortlichen im Haus brauchen Planungssicherheit und langfristige, ernstgemeinte Absichtserklärungen.

Nutzen Sie externes Know-how
Eine weitere Absicherung für die Nachhaltigkeit der Projekte und Qualität des Engagements ist die Zusammenarbeit mit kompetenten Bündnispartnern. Ausgewiesene Experten und Forschungseinrichtungen, die sich für eine Qualitätssicherung im entsprechenden Bereich einsetzen, können die passenden Ansprechpartner sein. Ein hoher Anspruch an die Wirksamkeit des Engagements ist der beste Garant für den Erfolg.

Sorgen Sie für Transparenz
Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz des gesellschaftlichen Engagements nach innen und außen ist transparentes, kontinuierliches Reporting über Strategie, Ziele, Arbeitsweise, Erfolge, neue Kooperationspartner und Einzelaktionen über alle zur Verfügung stehenden Kommunikationswege. Die Geschäftsleitung sollte regelmäßige Berichte fordern und prinzipiell zu öffentlichen Aktionen bereit sein.

Verhalten Sie sich dezent
Die Versuchung ist groß, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen. Doch Chefs sollten ihr gesellschaftliches Engagement nicht bloß als kostengünstige Werbekampagne sehen. Denn das kann - wie schon oft geschehen - zu rufschädigenden Rückschlägen führen. Im schlimmsten Fall muss das betroffene Unternehmen dann viel Geld investieren, um diesen Fehltritt wieder auszubügeln.

Ködern Sie die Presse
Erfolg verspricht eine verantwortungsvolle und kontinuierliche Pressearbeit der leisen Worte, die sich stark auf die inhaltliche Arbeit konzentriert. Das Förderziel sollte im Vordergrund stehen. Erfolgreiche Organisatoren schaffen immer wieder Anlässe, für die sich die regionalen Medien interessieren. So können mit der Zeit auch Kontakte zu überregionalen Medien geknüpft werden.

Profitieren Sie vom Einsatz
Unternehmerisches Engagement ist ein gezieltes Investment in das Gemeinwesen, von dem beide Seiten profitieren. Firmen können durch Engagement die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen, die Sympathie der Kunden steigern und ihr Image in der Region verbessern. Richtig positioniertes gesellschaftliches Engagement kann absatz- und umsatzfördernde Entwicklungen begünstigen.


Weiteres zum Thema

Silke Ramelow, Geschäftsführerin Bildungscent e.V.

Artikel "Der gute Mensch von nebenan" (263KB)

Weitere Informationen zum Engagement von Herlitz