Gehaltslücke in Chefetagen: Frauen noch zu selten in zentralen Vorstands- und Aufsichtsratspositionen

14. April 2018

Die Strategieberatung The Boston Consulting Group (BCG) und die Tech­nische Universität München haben das Topmanagement der 100 größten börsennotier­ten Unternehmen Deutschlands im Hinblick auf Geschlechterparität und Vergü­tungspraxis untersucht. In deutschen Führungsetagen klafft nach wie vor eine erhebliche Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen.

Ergebnisse der Studie:

  • Funktionsübergreifend verdienen Frauen in Aufsichtsräten im Durchschnitt nur rund 80 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen, in Vorständen sind es etwa 70 Prozent. Frauen übernehmen in Aufsichtsräten und Vorständen seltener zentrale Positionen mit Geschäftsverantwortung, sondern verantworten vorrangig Bereiche ohne direkten Bezug zum Kerngeschäft, welche imm Schnitt geringer vergütet werden.
  • 17 Prozent der Posten in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Konzerne werden von Frauen besetzt, zeigt die Studie. Damit liegen die deutschen Groß­unternehmen unter dem europäischen Durchschnitt von 25 Prozent. Während der Anteil weiblicher Aufsichtsräte knapp 30 Prozent beträgt, sind es auf Vor­standsebene lediglich 6,3 Prozent. In 68 der 100 untersuchten Unternehmen gibt es kein einziges weibliches Vorstandsmitglied.
  • Seit 2009 wächst die Zahl der weiblichen Vorstände langsam, aber stetig. Dies gilt vor allem für DAX-Unternehmen, in welchen der weibliche Anteil im obersten Führungs­team mit durchschnittlich 56 Prozent pro Jahr wächst.
  • Auch im internationalen Vergleich mit europäischen Nachbarstaaten und ande­ren Industrienationen hat Deutschland in Sachen Geschlechterparität Aufhol­bedarf. So liegt der weltweite Frauenanteil im Topmanagement (Vorstand und Aufsichtsrat) im Schnitt bei 18 Prozent, während er in Deutschland nur 17 Prozent beträgt. In den USA liegt er immerhin bei 20 Prozent, während in Frankreich jeder dritte Topmanager (34 Prozent) weiblich ist. Norwegen kommt sogar auf einen Frauenanteil von 40 Prozent.

Der  BCG Gender Diversity Index 2017 basiert auf dem Anteil an Män­nern und Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat des jeweiligen Unternehmens sowie auf der Verteilung der Vergütung in den beiden Gremien.

Herausgeber: The Boston Consulting Group (BCG) und die Tech­nische Universität München


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