Studie zum ersten Berichtszyklus nach dem deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz

23. Juni 2018

Unternehmen in Deutschland schildern, dass mit dem ersten Berichtszyklus nach Verabschiedung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) zwar der Aufwand, aber auch die Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit, insbesondere bei Unternehmensleitung und Aufsichtsrat gestiegen sind. Dies zeigt die Studie "Neuer Impuls für die Berichterstattung zu Nachhaltigkeit?" des Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) und econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft.

Basis der Studie sind alle 255 zum Stichtag 30. April 2018 vorliegenden nichtfinanziellen Erklärungen (NFE), 212 davon von kapitalmarkt-
orientierten Unternehmen. Neben der Betrachtung der NFE wurden eine von 90 Unternehmen beantwortete Online-Umfrage und 24 Interviews mit Unternehmensvertretern verschiedenster Funktionen zu den genutzten Berichtsformaten, den Erfahrungen und Erkenntnissen der Unternehmen bei der  erstmaligen Anwendung des Gesetzes und der Wirkung auf unternehmensinterne Prozesse und den Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit ausgewertet.

Hauptergebnisse der Studie:

  • 33% der 212 betrachteten kapitalmarktorientierten Unternehmen wählten zur Umsetzung des CSR-RUG die Erstellung eines gesonderten Nichtfinanziellen Berichts, der eigenständig von Geschäfts-/ Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht wurde. Rund die Hälfte der Unternehmen orientierte sich dabei an den Standards der Global Reporting Initiative.
  • 62% der 212 betrachteten kapitalmarktorientierten Unternehmen strukturierten die NFE nach unternehmensspezifischen Themen, während 28% die Belange des CSR-RUG zur Strukturierung verwendeten und 33% sich bei der Beschreibung des Wesentlichkeitsprozesses explizit auf die CSR-RUG-Definition bezogen.
  • 90% der 81 befragten kapitalmarktorientierten Unternehmen publizierten bereits vor dem CSR-RUG nichtfinanzielle Informationen in verschiedenen Formaten. Von diesen bezeichnen 90% den Aufwand im Vergleich zur bisherigen Berichtspraxis als höher bis deutlich höher. 47% veröffentlichen neben der NFE weiterhin einen seperaten Nachhaltigkeitsbericht.
  • Die Prüfung des Berichts und die rechtzeitige Verfügbarkeit von Daten galt – neben den begrenzten internen Ressourcen – unter den befragten Unternehmen als die größte Herausforderung.

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