Ergebnisbericht: Monitoring der nichtfinanziellen Berichterstattung

25. Februar 2019

Im Rahmen der Studie "Monitoring der nichtfinanziellen Berichterstattung – Befunde und Beobachtungen nach dem ersten Zyklus der CSR-Berichtspflicht in Deutschland" gehen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Future e.V. der Frage nach, in welcher Form und worüber berichtspflichtige Unternehmen im ersten Zyklus des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes berichten.

Zu diesem Zweck wurden die entsprechenden nichtfinanziellen Erklärungen und Berichte von 439 berichtspflichtigen Unternehmen einer standardisierten Sichtung unterzogen. Davon waren 237 Unternehmen kapitalmarktorientiert und 202 Unternehmen nichtkapitalmarktorientiert. Die so gewonnenen Ergebnisse wurden den Ergebnissen des Monitorings 2017 gegenübergestellt, um einen Vergleich zwischen der Praxis der nichtfinanziellen Berichterstattung vor und nach dem Inkrafttreten des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) ziehen zu können.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Formatvielfalt nachhaltigkeitsbezogener unternehmerischer Berichterstattung nimmt zu, wobei diese Formate mit neuen, oftmals nicht trennscharf verwendeten Bezeichnungen eingesetzt werden.
  • Die überwiegende Mehrheit der berichtspflichtigen Unternehmen legt ihre nichtfinanziellen Informationen im ersten Berichtsjahr außerhalb des Lageberichts offen. Insbesondere nichtkapitalmarktorientierte Unternehmen wählten dafür einen eigenständig veröffentlichten gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Kapitalmarktorientierte Unternehmen hingegen verwendeten auch eigene Abschnitte im Geschäftsbericht oder integrierten ihre nichtfinanziellen Berichte in den Nachhaltigkeitsbericht.
  • Im Gegensatz zum Monitoring 2017, in dem nur 89 Prozent aller Unternehmen in ihren Veröffentlichungen ihr Geschäftsmodell beschrieben, erfüllten im Monitoring 2018 alle 439 Unternehmen aus der Stichprobe die Anforderung des CSR-RUG, den Leser/innen durch entsprechende Ausführungen einen Rahmen zur Einordnung der dargelegten nichtfinanziellen Informationen zu bieten.
  • Jeweils über 90 Prozent der Unternehmen machen Angaben zu den nichtfinanziellen Mindestaspekten Arbeitnehmerbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Umwelt- und Sozialbelange. Knapp zwei Drittel der Unternehmen gibt darüber hinaus Auskunft zur Achtung der Menschenrechte. Knapp 80 Prozent der Unternehmen geben Begründungen für Auslassungen von Angaben zu einem oder mehreren der nichtfinanziellen Mindestbelange an.
  • Die Darlegung der mit den Konzepten verknüpften qualitativen und quantitativen Zielsetzungen bleibt oftmals außen vor. Auch der (kausale) Zusammenhang zwischen den beschriebenen Konzepten sowie den jeweils zu einem nichtfinanziellen Aspekt angeführten Leistungsindikatoren wird zumeist nicht deutlich. Auch wird selten ersichtlich, ob die angeführten Leistungsindikatoren auch Steuerungsrelevanz haben.
  • Mehr als drei Viertel der Unternehmen legten der nichtfinanziellen Berichterstattung ein Rahmenwerk zugrunde. Nichtkapitalmarktorientierte Unternehmen zeigen dabei eine klare Tendenz zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex, während sich kapitalmarktorientierte Unternehmen vorrangig auf die Rahmenwerke der Global Reporting Initiative berufen. Nur die Hälfte der Unternehmen, die keine Rahmenwerke verwendet haben, begründet diese Entscheidung.
  • Weit über die Hälfte der Unternehmen behandelt keine nichtfinanziellen Risiken. Werden nichtfinanzielle Risiken offengelegt, geschieht dies oftmals aus einer Outside-In-Perspektive heraus und betrifft also lediglich Risiken, die aus den nichtfinanziellen Aspekten für die Geschäftstätigkeit der Unternehmen resultieren.

Untersuchungsgegenstand des Monitoring-Projektes 2018 waren alle nichtfinanziellen Erklärungen und Berichte nach CSR-RUG, die sich auf Geschäftsjahre bezogen, die nach dem 31. Dezember 2016 begonnen hatten, und die dem Projektteam bis zum projektinternen Stichtag 30. November 2018 vorlagen. Durch diesen späten Stichtag konnte im Monitoring-Projekt 2018 auch eine große Zahl jener Unternehmen berücksichtigt werden, die aufgrund ihrer vom Kalenderjahr abweichenden Geschäftsjahre oder aufgrund ihrer Nichtkapitalmarktorientierung ihre erweiterten Lageberichte nicht bereits zum 30. April 2018 offenlegen mussten.


Weiteres zum Thema

Download: Ergebnisbericht Monitoring-Projekt 2018