Alliance for Corporate Transparency veröffentlicht Bericht zur nichtfinanziellen Berichterstattung europäischer Unternehmen

27. Februar 2019

Die Alliance for Corporate Transparency untersucht in dem Bericht "The state of corporate sustainability disclosure under the EU Non-Financial Reporting Directive", inwieweit europäische Unternehmen den Anforderungen der EU-Richtlinie nachkommen.

Die ersten, im Februar 2019 veröffentlichten Projektergebnisse deuten darauf hin, dass die meisten der über 100 untersuchten Unternehmen aus den Bereichen Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Gesundheit in ihren Berichten die Bedeutung von Umwelt- und Sozialfragen grundsätzlich anerkennen, die bereitgestellten Informationen zu Herausforderungen, Zielen und Risiken jedoch nicht spezifisch genug sind und kaum Rückschlüsse auf negative Auswirkungen und entsprechende Abhilfestrategien zulassen.

Die allgemeinen Informationen, die die meisten Unternehmen zur Verfügung stellen, erlauben es Investoren und anderen Akteuren nicht, die Auswirkungen von Unternehmen zu verstehen und damit ihre Position, Leistungen und Entwicklungen einzuschätzen. Die Lösung für dieses Problem sieht die Alliance for Corporate Transparency darin, die Spezifität der EU-Richtlinie in Bezug auf die Offenlegungspflichten der Unternehmen zu verbessern.

Ergebnisse des Berichts:

  • Die Gesetzgebung sollte die Anforderung an die Offenlegung der langfristigen Übergangspläne der Unternehmen zu einer CO2-freien Wirtschaft klären.
  • Die Gesetzgebung sollte sich auf klare Indikatoren im Bereich der Offenlegung und Due Diligence von Menschenrechtsthemen im Zusammenhang mit konkreten Risiken und Vorfällen und deren Management konzentrieren.
  • Was die Lieferketten betrifft, so sollte die Gesetzgebung eine größere Transparenz bezüglich der Hochrisikolieferketten und der Ergebnisse, Folgen und Einschränkungen von Audits einfordern.
  • Die Gesetzgebung sollte nachdrücklicher die Offenlegung der wichtigsten Elemente des Anti-Korruptionsprogramms und seine Anwendung auf Dritte verlangen.
  • Schließlich ergab die Untersuchung, dass es notwendig ist, eine einheitliche Struktur für die nichtfinanzielle Berichterstattung zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen der Standardisierung als auch der Flexibilität entspricht und die die Integration nichtfinanzieller Informationen für Unternehmen erleichtert, die über ihre Wertschöpfungsprozesse berichten wollen.

Die erste Stichprobe der Unternehmen umfasste mehr als 20 Unternehmen aus Spanien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich sowie kleinere Kontrollproben aus Deutschland, Dänemark, Finnland, Schweden, Polen, Tschechien und Slowenien.