Bundesregierung wirbt für nachhaltigen Konsum

24. Februar 2016

Die Bundesregierung will sich dafür einsetzen, dass Verbraucher sich stärker für ökologisch und sozial verträgliche Produkte und Dienstleistungen entscheiden können. Das Bundeskabinett beschloss dafür ein "Nationales Programm für nachhaltigen Konsum".

Das Programm enthält Leitideen für eine Politik des nachhaltigen Konsums, die mit konkreten Maßnahmen unterlegt sind. Das vom Bundesumweltministerium entwickelte Programm wurde gemeinsam mit dem Bundesverbraucherschutzministerium und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt.

Konsumentscheidungen der privaten Haushalte beeinflussen einen großen Teil der Inanspruchnahme der Ressourcen und der Umweltbelastungen. So werden in Industrieländern etwa drei Viertel der Treibhausgasemissionen hierdurch ausgelöst. Hier liegt ein großes Potenzial zur Verringerung der Umweltbelastung, nicht nur im Bereich des Klimaschutzes, sondern auch im Hinblick auf Biodiversität, Ressourcenschonung und andere Umweltaspekte. Der Konsum beeinflusst zudem soziale Aspekte wie Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette und Vielfalt der Angebotsstruktur.

Das Programm benennt eine Reihe konkreter Maßnahmen, darunter:

  • Forschung und Entwicklung eines „zweiten Preisschild“, welches die Sozial- und Umweltauswirkungen eines Produktes abbildet und somit einen Schritt in Richtung Internalisierung externer Kosten darstellt
  • Ausweitung des Textilbündnis inkl. einer Erhöhung des Marktanteils von Bekleidung aus zertifizierten Prozessen 
  • Anforderungen an das Design von Produkten im Hinblick auf eine Verlängerung der Nutzungsdauer, und eine stärkere Berücksichtigung von Aspekten wie Reparaturfreundlichkeit und Rezyklierbarkeit 
  • Nachhaltigkeitsbewertung globaler Wertschöpfungs- und Lieferketten

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum richtet sich an die gesamte Gesellschaft. Es soll der Vielfalt der Ansätze im Konsumbereich gerecht werden und möglichst viele Akteure zur Beteiligung bewegen. Nur so lässt sich eine Veränderung hin zu nachhaltigeren Konsummustern in unserer Gesellschaft erreichen."

Verbraucherschutzminister Heiko Maas: "Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Umweltschonung sind für mich zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsweisende Entwicklung auf der ganzen Welt. Dazu muss auch der Konsum in den Industrieländern nachhaltiger werden. Diese Aufgabe ist unglaublich schwer, weil viele Akteure zusammen arbeiten müssen und die Folgen der politischen Entscheidungen von heute erst nach einiger Zeit spürbar werden. Deshalb ist es ein Erfolg, dass das Netzwerk 'Nachhaltiger Konsum' etabliert wird. Mit ihm wollen wir die Zusammenarbeit fördern und so einen Beitrag für eine nachhaltigere Gesellschaft leisten."

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt: "Moderne Landwirtschaft steht für Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Unser Ziel ist es, die Ernährungssicherheit zu garantieren und gleichzeitig Natur und Umwelt zu schonen. Mit dem 'Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum' setzen wir dieses Thema auf die gesellschaftliche Agenda. Nachhaltigkeit der Ernährung bedeutet, dass sich in Zukunft zehn Milliarden Menschen weltweit gut ernähren können, ohne die Ressourcen unserer Erde zu überfordern. Durch bewusste Kaufentscheidungen tragen wir Verbraucher unmittelbar zu einer nachhaltigen Entwicklung bei."