Nachhaltigkeit von 28 deutschen Unternehmen: BMW Group mit höchster Effizienz

03. April 2007

Klimawandel, Arbeitnehmerinteressen, Gewinndruck – Unternehmen stehen vor zahlreichen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Eine vom Bundesforschungsministerium geförderte Studie macht durch eine neue Euro-Kennzahl messbar, wie gut es 28 deutschen Unternehmen gelingt, ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte zu vereinbaren.

Die Studie "Nachhaltig erfolgreich Wirtschaften" (NeW) wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Berliner IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung und vom schottischen Sustainable Development Research Centre (SDRC) erstellt. Die Wirtschaftsforscher nutzen den von ihnen entwickelten Sustainable-Value-Ansatz, um die Nachhaltigkeitsleistung von 28 deutschen Unternehmen in monetären Größen (Euro) zu bewerten.

Ihr Ansatz baut auf der Logik der Unternehmensbewertung auf den Finanzmärkten auf. Dadurch wird die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in die Sprache von Investoren und Managern übersetzt. Das Prinzip der Bewertung ist einfach: "Ein Unternehmen schafft mit seinen eingesetzten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen dann Wert, wenn es mit diesen Ressourcen mehr Ertrag erzielt als andere Unternehmen", erläutert der Umweltwissenschaftler Dr. Tobias Hahn vom Berliner IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.

Die Studie betrachtet insgesamt zehn ökonomische, ökologische und soziale Indikatoren, wie beispielsweise den Kapitaleinsatz, die CO2-Emissionen, den Wasserverbrauch, die Gesamtabfallmenge oder die Zahl der Arbeitsunfälle und der Arbeitsplätze. Die Ergebnisse zeigen ein Bild der Nachhaltigkeitsleistung der untersuchten deutschen Unternehmen.

Berücksichtigt man die unterschiedlichen Unternehmensgrößen, erweist sich die BMW Group als das untersuchte Unternehmen mit der höchsten Nachhaltigkeitseffizienz: BMW setzt seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen im Vergleich zur Volkswirtschaft rund fünfmal effizienter ein. Das Unternehmen erreichte dadurch im Jahr 2004 einen absoluten Sustainable Value von mehr als 8,2 Mrd. Euro. Die BMW Group ist Mitglied im von UPJ initiierten Corporate Citizenship-Netzwerk "Unternehmen: Aktiv im Gemeinwesen".

Nächstes Ziel der Wissenschaftler ist es, ihren neuen Ansatz für die Anwendung im Management nutzbar zu machen und in der unternehmerischen Praxis zu erproben. Schließlich können Unternehmen damit Nachhaltigkeitsaspekte wie Treibhausgasemissionen genauso messen und steuern wie den Einsatz von Kapital. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind überzeugt, dass der Ansatz Unternehmen dabei unterstützen kann, nachhaltig erfolgreich zu wirtschaften.