UPJ-Veranstaltung bei tegut in Fulda trifft auf großes Interesse bei Mittelständlern der Region

02. Dezember 2006

"Um erfolgreich zu sein, steht man als Unternehmer und Unternehmensbürger auch vor der Frage, welche Spur bzw. welche Bilanz man für die nachkommenden Generationen hinterlässt", betonte Wolfgang Gutberlet (Foto), Vorstandsvorsitzender der tegut... Gutberlet Stiftung & Co. und "Ökomanager 2005" bei seiner Begrüßung beim Workshop "Gewinnen mit gesellschaftlicher Verantwortung" am 29.11.2006 in der Lernstatt von tegut in Fulda. Vertreter von mehr als 50 überwiegend mittelständischen Unternehmen der Region nutzten die Gelegenheit, sich kompakt darüber zu informieren, wie es möglich ist, mit gesellschaftlicher Verantwortung einen doppelten Gewinn zu erzielen: Einen Gewinn für das Gemeinwesen und einen für das Unternehmen.

Vorgestellt wurden Projekte und Programme, wie Unternehmen durch aktives Engagement im Gemeinwesen den gesellschaftlichen Zusammenhalt am Standort fördern und gleichzeitig neue Impulse für die Unternehmensentwicklung erhalten können. Zu der Veranstaltung hatten das bundesweite Corporate Citizenship-Netzwerk UPJ als Veranstalter und die Firma tegut als Gastgeber eingeladen.

Wolfgang Gutberlet (Foto) beschrieb wie "Verantwortung bei tegut…" in allen Bereichen des Unternehmens bis hin zu den Produkten praktisch gelebt wird und wie soziale und ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden werden kann. Eine der schönsten Aufgaben als Unternehmer sei es, junge Menschen dafür zu gewinnen, etwas für andere Menschen zu tun. Den Azubis von tegut werde deshalb im Rahmen der Ausbildung die Möglichkeit eines Praktikums im sozialen Feld gegeben, um die die Wahrnehmung für die Menschen im eigenen Umfeld zu schärfen, neue Erfahrungen zu sammeln und eigene Grenzen zu überwinden.

Ein eindrucksvolles Beispiel hiefür stellte Barbara Erb, Auszubildende bei tegut..., vor. Während ihrer Ausbildungszeit absolvierte sie ein zweimonatiges Sozialpraktikum im Antoniusheim in Fulda, einer Einrichtung für lern- und geistig behinderte Menschen. Mit großer Begeisterung schilderte die 20jährige ihr Engagement sowie den damit verbundenen persönlichen Gewinn. Durch das Praktikum habe sie nicht nur viele neue Freunde gefunden, sondern auch ihr Einfühlungsvermögen und ihre Geduld gestärkt, beides Fähigkeiten, die im Berufsleben täglich von ihr gefordert würden.

Der Kasseler Regierungspräsident Lutz Klein berichtete über die Kampagne "Engagiertes Unternehmen – Impulse für Hessen" der hessischen Landesregierung. "Soziales Engagement wird für Unternehmen immer wichtiger werden, denn es nutzt nicht alleine den Empfängern in unserer Gesellschaft, sondern auch den Unternehmen selbst. Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen muss sich deshalb nicht verstecken, sondern vielmehr in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Dies gilt insbesondere auch für das Engagement kleiner und mittelständischer Unternehmen."

Bernhard von Mutius, renommierter Autor und Vordenker, unterstrich in seinem Beitrag die zunehmende ökonomische Bedeutung weicher Faktoren - wie etwa Information, Wissen, Kreativität und die soziale Kompetenz der Mitarbeiter - für die Wertschöpfung und den Erfolg eines Unternehmens im globalen Wettbewerb. Soziale Kooperationen und die Übernahme sozialer Verantwortung fördern laut von Mutius den Erhalt und die Schaffung dieser so genannten ´intangible assets` und bringen Unternehmen einen Zugewinn an Ideen sowie eine Zufuhr neuer Energien, gerade auch im Bereich kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Wie gesellschaftsbezogene Aktivitäten gebündelt und strategisch an den Unternehmenszielen ausgerichtet werden können, um somit Gemeinsinn und Eigennutz bestmöglich zu verbinden, erläuterte Stephan Koch, Corporate Citizenship- und CSR-Experte von der UPJ-Unternehmensberatung "3C". An Hand verschiedener Fallbeispiele veranschaulichte er Nutzen und Strategien sozialen Engagements von Unternehmen und erläuterte praktische Vorgehensweisen. Die Veranstaltung wurde mit freundlicher Unterstützung der hessischen Staatskanzlei durchgeführt und ist Teil der Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung im deutschen Mittelstand", die UPJ – gefördert durch die Europäische Kommission – in den nächsten beiden Jahren durchführt. Partner der Kampagne sind der DIHK und econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft.