Handy als Brücke zwischen alt und jung

30. November 2006

"Sieben Erwachsene über 50 Jahre und sieben Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahre - gemeinsam unternahmen sie eine Reise in die aufregende Welt der Mobilfunkkommunikation", berichtet der Wiesbadener Kurier am 24.11.06. Von "Generationen, die in einen Dialog kommen" schwärmte Sozialdezernent Wolfgang Hessenauer bei der Abschlusspräsentation des Projektes "Erlebnisreise Mobilfunk" im Seniorentreff in der Adlerstraße. In dem beispiellosen Projekt des UPJ-Servicebüros (Unternehmen Partner der Jugend) im Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden, des Seniorentreffs Adlerstraße sowie des Mobilfunkbetreibers O2 lernten alt und jung die Welt der modernen Handys besser kennen - und einander.

"Die Älteren haben Vorbehalte", sprach Hessenauer für den Umgang der Über-50-Jährigen mit SMS, MMS und Co. Die Jüngeren seien da "den Allround-Umgang" gewohnt, was "auch nicht nur positiv ist." In den insgesamt vier Einheiten wurden beide Generationen gemeinsam zunächst in die Geschichte der Kommunikationstechnologie eingeführt und lernten dann die neuesten Möglichkeiten der modernen Technik kennen.

Der unterschiedliche Umgang mit dem Medium Handy wurde auch in den gemeinsamen Sitzungen offensichtlich: "Während wir mit den Älteren noch die Funktionen des Menüs durchgegangen sind, haben sich die Jüngeren schon Wallpapers aus dem Internet heruntergeladen", lacht Medienpädagoge Markus Weber. Höhepunkt des Projekts war schließlich eine gemeinsame Fahrt in die O2-Niederlassung nach Köln, in der die Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen werfen konnten. "Die Fahrt hat mir am besten gefallen", war die 16-jährige Samra Sinanovic angetan von den Einblicken in die Mobilfunktechnik, auch Hans-Gero Geis (65) war baff: "Ich fand die Technik faszinierend und war perplex: Ei, das geht ja mit Infrarot", so der Rentner.

"Ältere und Jüngere über das Medium Handy zusammenzubringen, die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen zu überbrücke", diese Idee hatte laut O2-Vertreter Christoph Stephan auf Seiten des Mobilfunkanbieters Begeisterung für das Projekt ausgelöst. Und in der Tat: Alt und jung fanden in Arbeitsgruppen zueinander, sollten ihre Ansichten über das Projekt mit ihren Videohandys gemeinsam festhalten. Markus Weber und sein Kollege Frank Hedden machten daraus einen kleinen Film. Eine ältere Dame hebt darin das Zusammenspiel von jung und alt hervor: "Die Jüngeren sind viel freier und offener, da können wir noch viel von lernen." Auch für die Jugendlichen aktuelle Themen wie der Austausch von Gewaltvideos auf dem Handy oder die teils immensen Kosten wurden thematisiert, "da können wir nur Impulse geben", sieht Markus Weber mögliche Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte. Inspiriert und ein wenig besser über die moderne Mobilfunkwelt aufgeklärt sind jung und alt nun allemal. Auch wenn Wolf Berkel (69) gesteht: "Ein neues Handy würde ich mir wahrscheinlich nicht kaufen. Mein altes reicht mir."

Das UPJ-Servicebüro Wiesbaden und O2 sind Mitglied im UPJ-Netzwerk.