Klimawandel erreicht die Chefetagen

04. Oktober 2006

Der Klimawandel ist in den deutschen Chefetagen angekommen und zunehmend als Investitionsrisiko erkannt. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Berichtes des "Carbon Disclosure Project", das von Versicherungen und Pensionsfonds initiiert wurde, die gemeinsam ein Vermögen von mehr als 31 Billionen US-Dollar verwalten.

Der Bericht dokumentiert ob und wie sich die 200 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland dem Klimawandel stellen. Die Unternehmen werden in diesen Auswertungen nach der Transparenz in der Berichterstattung ihrer CO2-Emissionen untersucht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung des Klimawandels für den Unternehmenserfolg geworfen.

"Gefahr erkannt, heißt aber auch im Finanzsektor noch lange nicht Gefahr gebannt", bemängelt Matthias Kopp vom WWF in einer Stellungnahme. Der WWF fordert eine pro-aktive Integration von Klima- und CO2-Risikoaspekten in die Risikomanagementprozesse und die Investmentauswahl. Nur so lassen sich nachhaltig die Strukturen ändern und richtige Anreize etablieren. Die CO2-Reduktion von Unternehmen müsse sich auszahlen, da hierdurch Geschäftsrisiken reduziert würden. Bislang werden einer groben Schätzung im CDP-Bericht zufolge weniger als 0,1 Prozent der Kapitalanlagen in dieser umfassenden Form verwaltet. Einzelne Investoren, wie die Allianz oder auch die MünchnerRück beginnen sich auf diesen Weg zu machen, nur reiche weder Geschwindigkeit noch sei eine erkennbare breitere Bewegung in Sicht.