NGOs, Verbraucherschützer und Gewerkschaften gründen Netzwerk zu Corporate Accountability

25. September 2006

Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, kirchliche und entwicklungspolitische Organisationen sowie Verbraucher- und Umweltverbände wollen mit dem CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung (CorA; "Corporate Accountability") Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten sowie international anerkannten sozialen und ökologischen Standards anhalten.

In der Gründungserklärung richten die Organisationen sechs Hauptforderungen an die Politik.

Darin heißt es u.a.: "Nach wie vor besteht ein großes Gefälle zwischen dem Anspruch internationaler Normen und der Wirklichkeit. Millionen Menschen leiden unter Hunger, Armut, Ausbeutung, Gewalt, Kinderarbeit, gesundheitlichen und ökologischen Schäden. In vielen Fällen tragen dafür auch Unternehmen Verantwortung. Die Unternehmensphilosophie von freiwilligen und privaten Initiativen der „Corporate Social Responsibility“ (CSR) kann die Kluft zwischen menschenrechtlichen, sozialen sowie ökologischen Problemen einerseits und den normativen Werten unserer Zivilisation nicht allein überwinden. Transnationale Unternehmen müssen in ihrem Wirkungsbereich aktiv zur Einhaltung der genannten Normen beitragen und ihr Verhalten der Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar darstellen. CSR-Initiativen sind keine Alternative zu notwendigen Regulierungen.

Wir sind davon überzeugt, dass der Weg zu verbindlichen, grenzüberschreitend wirksamen Unternehmensregeln nicht nur ethisch geboten, sondern auch wirtschaftlich für das Wohl der Allgemeinheit dringend notwendig ist. Die verbindliche Verantwortung kann mit einer Kombination von Instrumenten erreicht werden, insbesondere durch finanzpolitische Instrumente, durch Grenzwerte, durch Anreiz- und Sanktionssysteme, durch ordnungspolitische Vorgaben und langfristig durch veränderte Strukturen, die den Weg zu einer sozial- und ökologisch verträglichen sowie vor allem einer menschenrechtskonformen Wirtschaftsweise eröffnen."