Frauenquote in Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen übertrifft erstmals gesetzlich geforderte 30%

18. Mai 2018

Mit der Wahl von drei Frauen in den SAP-Aufsichtsrat übersteigt der Anteil von Aktionärsvertreterinnen in den Aufsichtsräten der deutschen DAX-30-Unternehmen im Durchschnitt erstmals die gesetzlich geforderte Quote von 30%. Das geht aus einer Erhebung der Personalberatung Russell Reynolds Associates hervor.

Nur drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (FüPoG) mit Wirkung vom 1. Mai 2015 ist damit die in dem Gesetz vorgegebene Frauenquote im Mittel der 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen auf der Kapitalseite erreicht und liegt jetzt bei 31.6%.

Die Auswertung von Russell Reynolds Associates zeigt, dass 2018 erstmals 25 der DAX-30-Unternehmen einen Frauenanteil bei den Aktionärsvertretern von mehr als 30% vorweisen können. Den größten Sprung schafft SAP - von 22% im Vorjahr auf aktuell 56%. Auf jeweils 40% kommen Commerzbank und Munich Re. Erstmals liegt 2018 bei keinem DAX-30-Unternehmen der Anteil unter 20%; nur fünf Unternehmen haben die 30% noch nicht erreicht.

Vor Beginn der Diskussion zur Einführung der Quote lag der Frauenanteil bei den Aktionärsvertretern in DAX-30-Aufsichtsräten bei nur rund 10% (Ende 2011). Vor der gesetzlichen Regelung waren es circa 21% (Ende 2014). Frauen stellen heute 81 DAX-30-Aufseher auf der Kapitalseite, während es vor sieben Jahren nur 27 waren. Wie die vergleichende Studie von Russell Reynolds Associates (Veröffentlichung im Juni 2018) allerdings auch zeigt, sieht das Bild bei den DAX-30-Vorständen nach wie vor anders aus: In DAX-30-Vorständen stagniert der Anteil von Frauen bei 10% und liegt unter den von den Unternehmen selbst gesteckten Zielen. Auch auf der Führungsebene 1 (16% Frauenanteil) und Führungsebene 2 (22% Frauenanteil) bleiben die DAX-30-Unternehmen hinter ihren eigenen Zielwerten zurück.

SAP ist Mitglied im UPJ-Unternehmensnetzwerk.