„Good Company Ranking 2018“: DAX-30-Unternehmen nutzen CSR als strategischen Erfolgsfaktor nur unzureichend

22. September 2018

Zahlreiche DAX-30-Unternehmen weisen nach wie vor Schwachpunkte bezüglich ihrer Nachhaltigkeitsleistung auf. Das ist die zentrale Erkenntnis des „Good Company Rankings 2018“, das heute bereits zum sechsten Mal von der Hamburger Beratungsagentur Kirchhoff Consult und der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Mazars veröffentlicht wurde.

Das diesjährige Good Company Ranking, Europas größter unabhängiger Coporate Social Responsibility (CSR)-Wettbewerb, weist neben den erwarteten Veränderungen auch bedeutsame Umbrüche und einige Überraschungen auf: Zwar finden sich auf den Spitzenpositionen auch in diesem Jahr die üblichen Gewinner aus der Pharmabranche neben gleich mehreren Vertretern aus der Konsumgüterindustrie und dem IT-Sektor. All diese Unternehmen haben gemeinsam, dass sie eine gute bis ausgezeichnete Kapitalmarktperformance aufweisen, eine solide Personalarbeit mit entsprechender Berichterstattung leisten sowie von der Gesellschaft als nachhaltig und verantwortungsbewusst wahrgenommen werden.

Anders als beim letzten Good Company Ranking 2016 gehörten jedoch Automobilhersteller aufgrund der immer noch nicht oder nur halbherzig aufgearbeiteten Dieselskandale in diesem Jahr allerdings klar zu den Verlierern und landeten auf den hinteren Plätzen. Darüber hinaus haben sich auch Unternehmen aus der Banken- und Versicherungsbranche deutlich im Ranking verschlechtert. Hauptgründe hierfür waren eine stark unterdurchschnittliche Kapitalmarktperformance, Reputationsverluste durch massiven Stellenabbau, eine unzureichende oder veraltete Personalarbeit oder schlicht das Fehlen einer zukunftsgerichteten Personalstrategie.

Die 30 größten börsennotierten Gesellschaften Deutschlands erhielten für ihre Nachhaltigkeitsleistung im Durchschnitt nur 57,0 von 100 Punkten. Für das Good Company Ranking 2018 wurde die Nachhaltigkeitsleistung aller DAX-30-Unternehmen auf Basis testierter Publikationen des Geschäftsjahres 2017 bewertet. Die Bewertung stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Edeltraud Günther (Technische Universität Dresden), Prof. Dr. Nick Lin-Hi (Universität Vechta), Prof. Dr. Christian Scholz (Universität des Saarlandes) und Prof. Dr. Henning Zülch (HHL Leipzig Graduate School of Management).

Bewertet wurden jeweils vier Kategorien: Der verantwortliche Umgang mit Mitarbeitern (Mitarbeiter), der verantwortliche Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen (Umwelt), die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung (Gesellschaft) sowie der verantwortliche Umgang mit dem zur Verfügung gestellten Kapital (Financial Integrity). Erstmals wurden die vier Kategorien gleichgewichtet mit jeweils 25 Prozent an der Gesamtwertung bewertet.


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