Der erste Zwischenbericht zum NAP-Monitoring liegt jetzt vor

10. Juli 2019

Die Bundesregierung überprüft im Rahmen eines Monitorings in den Jahren 2018 bis 2020, inwieweit in Deutschland ansässige Unternehmen ihrer im NAP verankerten Sorgfaltspflicht nachkommen.

Der Nationale Aktionsplan (NAP) setzt für sein Monitoring die Zielvorgabe, dass im Jahr 2020 mindestens die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Beschäftigten nachweislich die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfalt in ihre Unternehmensprozesse angemessen integriert hat. Unternehmen sollen demnach in einer Grundsatzerklärung ihren Willen zur Achtung der Menschenrechte öffentlich ausdrücken, Risiken identifizieren, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Menschenrechte ermitteln, bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen, über den Umgang mit Risiken intern wie extern kommunizieren und einen effektiven Beschwerdemechanismus einrichten.

Im Herbst 2018 fanden erste Interviews mit 30 Unternehmen statt ("explorative Phase"). Eine statistische Repräsentativität der Ergebnisse wurde in dieser Phase nicht angestrebt. Zudem gab es Gespräche mit neun Vertreterinnen und Vertreten von Stakeholdergruppen, d.h. Sozialpartner, Wirtschaftsverbände und Nichtregierungsorganisationen. Als Arbeitsgrundlage für das Vorgehen in dieser Phase diente der sogenannte Inception Report vom September 2018. Die Interviews lieferten wertvolle Erkenntnisse, wie die umfassenden Unternehmensbefragungen der Jahre 2019 und 2020 gut ausgestaltet werden können. Der erste Zwischenbericht zum NAP-Monitoring vom Juli 2019 stellt die Befunde und die Methodik für die quantitativen Erhebungen ausführlich dar. Eine Zusammenfassung zu Beginn des Zwischenberichts erlaubt einen schnellen Überblick.

Dem Zwischenbricht habe alle zehn Ressorts des Interministeriellen Ausschuss (IMA) Wirtschaft und Menschenrechte nach intensiven Beratungen zugestimmt. Die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Menschenrechte des Nationalen CSR-Forums wurde in der Entwurfsphase des Zwischenberichts eingebunden.

Ende Juli bzw. Anfang August 2019 werden rund 1.800 Unternehmen ein Anschreiben per E-Mail erhalten. Darin wird der Auftragnehmer (ein Konsortium unter Führung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY), der das Monitoring im Namen der Bundesregierung durchführt, um die Teilnahme an der Erhebung 2019 bitten. Nur wenn die Unternehmen im Monitoring substantielle Auskünfte erteilen, können aussagekräftige Erkenntnisse über den NAP-Umsetzungsstand gewonnen werden.

Vor dem Auftakt der Erhebung sagte Außenminister Maas im Juli 2019: "Deutschland und die deutsche Wirtschaft profitieren in besonderem Maße von der Globalisierung. Deswegen haben wir auch eine besondere Verantwortung, die Rechte der Menschen zu schützen, die in unseren weltweiten Liefer- und Wertschöpfungsketten arbeiten. Die Unternehmen in Deutschland sind jetzt aufgerufen, zu berichten, wie sie die Achtung von Menschenrechten in ihren Geschäftsprozessen sicherstellen  – und welchen Herausforderungen sie dabei begegnen. Jetzt kommt es darauf an, dass die befragten Unternehmen die Chance nutzen und zahlreich antworten."

Zur Identifikation der Risikoexposition hat sich das Konsortium auf den CSR Risk-Check von MVO Nederland, der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung und UPJ gestützt. Das Tool bündelt über 2.000 unabhängige und geprüfte Datenquellen in Form von Berichten, Studien und Bewertungen zu Menschenrechtsaspekten von Produkten oder Dienstleistungen und deren Ursprungsländern und ordnet diesen qualitative Risikofaktoren zu, die sich online abrufen lassen (z.B. Landnutzung und Eigentumsrechte, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Gesundheit und Arbeitssicherheit).


Weiteres zum Thema

Hier finden Sie weitere Informationen zum NAP-Monitoring:

In diesem umfangreichen Katalog wesentlicher Fragen zum NAP-Monitoring, die das Auswärtige Amt mit dem Durchführungskonsortium ausgearbeitet hat.

Auf der zentralen Informationsplattform der Bundesregierung zum NAP.

In Form von FAQ beim NAP-Helpdesk der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung.