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Deloitte CxO Sustainability Survey 2023

Der globale CxO Sustainability Survey 2023 von Deloitte liefert eine umfassende Bestandaufnahme und identifiziert bestehende Lücken in den Nachhaltigkeitsstrategien. Wie die Unternehmen diese schließen können, wird in sieben abschließenden Handlungsempfehlungen aufgezeigt.

An Herausforderungen herrschte in den letzten zwölf Monaten für die Unternehmen kein Mangel. Der Klimawandel steht aber weiterhin auf der Agenda der Führungskräfte weit oben. Zugleich besteht in vielen Organisationen immer noch eine Lücke zwischen der Einsicht in die Dringlichkeit des Themas und der konkreten Einbettung von Nachhaltigkeit in Strategie, operativen Betrieb und Unternehmenskultur. Das sind einige der zentralen Ergebnisse des neuen Deloitte CxO Sustainability Survey 2023, für den Ende 2022 mehr als 2.000 C-Level-Führungskräfte aus 24 Ländern befragt wurden, darunter 105 aus Deutschland. Der Survey zeigt auf, welchen Aspekten die Teilnehmer besondere Wichtigkeit beimessen, wie die Unternehmen die Herausforderungen praktisch angehen, und welche Ergebnisse dabei erzielt werden.

Lieferkettenprobleme, unsichere Wirtschaftsaussichten, Geopolitik: Trotz der Vielzahl drängender, aktueller Themen sehen weltweit 42 Prozent der befragten C-Level-Führungskräfte im Klimawandel nach wie vor eine der drei Top-Prioritäten. Lediglich die Relevanz der Wirtschaftsaussichten wurde etwas höher eingestuft. Teils zeigen sich aber noch Lücken bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsaktivitäten. Mit Blick auf die Lage in Deutschland konstatiert der Survey in einigen Bereichen eine im Vergleich zum globalen Bild größere Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Darüber hinaus sind auch viele weitere signifikante Abweichungen zwischen den weltweiten Befunden und den Einschätzungen der C-Level-Führungskräfte hierzulande zu verzeichnen.

Prof. Dr. Bernhard Lorentz, globaler Consulting Lead für Sustainability & Climate Strategy bei Deloitte, resümiert, dass gerade deutsche Unternehmen verstärkt merkten, wie tiefgreifend der Klimawandel das Geschäftsumfeld veränderte. Ihr Optimismus, diesen Trend einzudämmen, fiele im globalen Vergleich zwar geringer aus, so Lorentz,  doch gäbe es Anlass zu Zuversicht: Wirtschaftswachstum ließe sich nach Meinung der Top-Manager im Einklang mit den Klimazielen realisieren. Allerdings brauche es deutlich mehr Tempo bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sowie bei der Anpassung an den Klimawandel. Wirtschaft und Politik seien gefordert, gemeinsam Innovationen zu fördern und einen gerechten Übergang für alle Beteiligten zu ermöglichen.

Klimawandel: Auswirkungen und Handlungsoptionen

Auch in Deutschland gehört der Klimawandel aus Sicht der Teilnehmer zu den aktuellen Top-3-Prioritäten, wenn auch mit einem etwas niedrigeren Wert (37% gegenüber global 42%). Entsprechend dazu werden einige weitere Herausforderungen von deutschen CxOs häufiger zu den Top-Prioritäten gerechnet als im weltweiten Schnitt: Wirtschaftsaussichten (Deutschland: 52%, Global: 44%), Innovation (Deutschland: 42%, Global: 36%) und Lieferket-tenprobleme (Deutschland: 37%, Global: 33%).
Ungeachtet dieser Einstufung des Themas wird hierzulande stark in Nachhaltigkeit investiert: Insgesamt 76 Prozent der deutschen Unternehmen haben 2022 ihre Sustainability-Investitionen erhöht, davon 20 Prozent signifikant (Global: 19%). 60 Prozent erwarten einen hohen bzw. sehr hohen Einfluss des Klimawandels auf Strategie und operativen Betrieb in den nächsten drei Jahren (Global: 61%). Bei den direkten Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen zeigen sich abermals Abweichungen vom internationalen Durchschnitt: 58 Prozent führen Rohstoffknappheit und -kosten an (Global: 46%), des Weiteren u.a. Emissionsregulation (Deutschland: 41%, Global: 43%) und gewandeltes Verbraucherverhalten (Deutschland: 41%, Global: 45%).

Auch beim Stimmungsbild zeigen sich hierzulande Besonderheiten. In Deutschland sind 48 Prozent der CxOs ständig oder die meiste Zeit über den Klimawandel besorgt, weltweit sind es mit 62 Prozent deutlich mehr. Zugleich äußern sich die deutschen Teilnehmer pessimistischer über das Handlungspotenzial als der weltweite Durchschnitt: 60 Prozent sind relativ oder sehr optimistisch, dass die gravierendsten Folgen des Klimawandels noch vermieden werden können, weltweit sind es 78 Prozent der Befragten. Und hierzulande glauben 72 Prozent, dass sich globales Wachstum mit der Erreichung der Klimaziele vereinbaren lässt, während davon international sogar 84 Prozent der CxOs überzeugt sind.

Druck durch Stakeholder und soziale Gerechtigkeit

Wie die meisten Befragten weltweit, berichten auch deutsche CxOs von starkem Druck durch Stakeholder, im Unternehmen Klimamaßnahmen durchzuführen. Auch hierbei gibt es Divergenzen zur globalen Einschätzung, wobei der Druck hierzulande insgesamt geringer ist: Mäßigen oder hohen Druck durch Management und Board konstatieren 62 Prozent (Global: 68%), durch Verbraucher und Kunden 58 Prozent (Global: 68%) sowie durch Investoren 57 Prozent (Global: 66%). Besonders auffällig ist der Unterschied beim Druck durch Gesellschaft (52 vs. 64%), Mitarbeiter (51 vs. 64%) und Regulatoren (50 vs. 68%). Während weltweit 59 Prozent der Befragten Aktivitäten aus dem Kreis der Mitarbeiter als positiven Nachhaltigkeitsimpuls nennen, sind dies hierzulande nur 44 Prozent der C-Level-Führungskräfte. Noch drastischer ist der Unterschied bei der Frage nach einem gerechten Übergang zur nachhaltigen Wirtschaft, also einer sozialen Abfederung der Transformation: Lediglich 25 Prozent der deutschen CxOs finden dies äußerst wichtig, weltweit sind es 46 Prozent.

Klima-Strategien: Maßnahmen, Vorteile und Hürden

Deutsche Unternehmen setzen bereits eine Vielzahl von nachhaltigen Maßnahmen um. Im Vergleich zum globalen Schnitt ergibt sich dabei ein gemischtes Bild. Besonders verbreitet sind die Nutzung nachhaltigerer Materialien (Deutschland: 66%, Global: 59%), die Verringerung von Flugreisen (Deutschland: 55%, Global: 47%) und die Steigerung der Energieeffizienz (Deutschland: 55%, Global: 59%).

Deutsche CxOs sind außerdem skeptischer hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der verschiedenen Akteure im Hinblick auf den Klimawandel: Nur 19 Prozent von ihnen glauben, dass die Wirtschaft das Thema sehr ernst nimmt (Global: 29%). Den Regierungen attestieren dies sogar nur 11 Prozent (Global: 28%). Dafür sehen die Teilnehmer eine breite Palette von Vorteilen der existierenden Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen, etwa für Marke und Reputation (Deutschland: 53%, Global: 52%), Kundenzufriedenheit (Deutschland: 50%, Global: 44%) sowie die Arbeitsmoral und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden (Deutschland: 45%, Global: 42%). Ähnlich wie in globaler Perspektive wird auch in Deutschland der finanzielle Nutzen deutlich seltener genannt. Bei der Umsatzrendite sind es beispielsweise nur 27 Prozent der Nennungen (Global: 33%).

Die Lücken schließen: Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Der globale CxO Sustainability Survey 2023 liefert eine umfassende Bestandaufnahme und identifiziert bestehende Lücken in den Nachhaltigkeitsstrategien. Wie die Unternehmen diese schließen können, wird in sieben abschließenden Handlungsempfehlungen aufgezeigt:

  • Klimaziele ganzheitlich in die Strategie integrieren
  • Vertrauensbildung durch überzeugende Klimamaßnahmen
  • Das Board stärker beteiligen
  • Stakeholder miteinbeziehen
  • Langfristige geschäftliche Chancen von Nachhaltigkeit identifizieren
  • Verstärkt in nachhaltige Technologien investieren
  • Kooperationen mit Wettbewerbern, Gesellschaft und öffentlicher Hand eingehen

Laden Sie hier die deutschen Ergebnisse des Deloitte CxO Sustainability Surveys 2023 herunter:
www2.deloitte.com/Deloitte/de/CxO%20Survey_Deloitte_Germany.pdf

Laden Sie hier den vollständigen Deloitte CxO Sustainability Survey 2023 herunter: www2.deloitte.com/Deloitte/de/risk/CxOSustainabilityReport2023_Global_Deloitte%20.pdf

 

Deloitte ist Mitglied im UPJ-Unternehmensnetzwerk.