Glossar

Von "Accountability" bis "Work-life-Balance" - hier finden Sie wichtige Begriffe aus den Bereichen Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility und nachhaltige Unternehmensführung.

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A


Accountability
Verantwortlichkeit von Unternehmen für die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft, die durch ihr wirtschaftlichen Handelns bedingt sind, sowie sich daraus ableitende Aufgabe über ihre Aktivitäten transparent zu berichten und Rechenschaft abzulegen.

Accountability 1000 (AA1000)
Standard, der Organisationen bei der Aufstellung von Zielen verantwortlicher Unternehmensführung, deren Überprüfung und der Berichterstattung über die Zielereichung unterstützen soll. Der Beteiligung der Stakeholder wird dabei besondere Bedeutung beigemessen.

Aktivtag
Meist eintägiges Projekt, bei dem ein oder mehrere MitarbeiterInnen-Teams eines Unternehmens in einer gemeinnützigen Organisation anpacken: renovieren, bauen, beim Umzug helfen, u.ä.

Arbeitsplatz (Workplace)
Handlungsfeld einer Verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility). Im Mittelpunkt steht die Beziehung des Unternehmens zu seinen MitarbeiterInnen. Einen qualifizierten Arbeitsplatz zu haben und seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und prägt maßgeblich die heutige und zukünftige Lebensqualität. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Arbeitssicherheit, Weiterbildung und Qualifizierung oder faire Bezahlung sind wichtige gesellschaftliche und ökonomisch bedeutende Themen und Entwicklungsfelder, die von einem Unternehmen im Bereich "Arbeitsplatz" gestaltet werden müssen.

Audit berufundfamilie
Managementinstrument zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Beschäftigte in Unternehmen. Die Auditierung endet im Erfolgsfall mit der Ausstellung eines Zertifikats, das nach drei Jahren erneuert werden muss.

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B


BITC (Business in the Community)
Ein von über 850 Mitgliedern getragenes Unternehmensnetzwerk fur Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility aus Großbritannien. UPJ ist nationale Partnerorganisation von BITC in Deutschland.

Blickwechsel
Programm für Führungskräfte aus Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen, in dem diese für 1-2 Wochen in sozialen Organisationen mitarbeiten und dabei Erfahrungen in einer anderen Lebenswelt machen, die sie persönlich und im Beruf befruchten.

Broker
Mittler / Mittlerorganisation

Bürgerstiftung
Unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck nach dem US-amerikanischen Modell der Community Foundation. Engagiert sich dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geographisch definierten Raum und ist dort in der Regel fördernd und operativ tätig. Einige Bürgerstiftungen sind auch als lokale Mittler für engagierte Unternehmen aktiv.

Business Case
Wirkung von Umwelt- und Sozialaktivitäten auf den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg.

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C


Cause Related Marketing (CRM)
Marketinginstrument, bei dem der Kauf eines Produkts / einer Dienstleistung damit beworben wird, dass das Unternehmen einen Teil der Erlöse einem sozialen Zweck oder einer Organisation als "Spende" zukommen lässt.

Code of Conduct
Verhaltenskodex bzw. Set von Verhaltensregeln, zudem sich ein Unternehmen und/oder seine MitarbeiterInnen selbst verpflichtet haben.

Community Engagement
Corporate Citizenship

Community Investment
Corporate Citizenship

Community Involvement
Corporate Citizenship

Community Joint Venture
Gemeinsame Unternehmung von einer gemeinnützigen Organisation und einem Unternehmen, in die beide Partner Ressourcen und Know-how einbringen und die keiner allein durchführen könnte.

Compliance
Die Einhaltung und Erfüllung von Gesetzen und Richtlinien durch Unternehmen, aber auch die Konformität mit Standards, Kodizes oder Konventionen, zu denen sich ein Unternehmen freiwillig verpflichtet hat.

Corporate Citizenship (CC)
Die Bündelung des Engagements eines Unternehmens im Gemeinwesen und dessen strategische Ausrichtung auf die Unternehmensziele. In Deutschland oft als "Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen" übersetzt. Innerhalb des übergreifenden CSR-Konzepts mit dem Handlungsfeld "Gemeinwesen" gleichzusetzen.

Corporate Citizenship-Mix
Der Corporate Citizenship-Mix beschreibt neun Instrumente, die Unternehmen aller Größen in der Praxis einsetzen. Er ist eine Art Baukasten, aus dem sich ein Unternehmen im Rahmen seiner Corporate Citizenship-Strategie passende Instrumente aussuchen und diese umsetzen kann.

Corporate Foundations
Unternehmensstiftungen bzw. das Gründen von Stiftungen durch Unternehmen. Gemeint sind damit solche Stiftungen, denen Unternehmen das Stiftungsvermögen oder auch eine Finanzierung aus laufenden Mitteln zur Verfügung stellen.

Corporate Giving
Oberbegriff für ethisch motiviertes selbstloses Überlassen, Spenden oder Zustiften von Geld oder Sachmitteln, sowie für das kostenlose Überlassen oder Spenden von Unternehmensleistungen, -produkten und -logistik.

Corporate Social Responsibility (CSR)
In Deutschland oft als "Verantwortliche Unternehmensführung" oder "Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen" übersetzt. CSR bezeichnet die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit: von der eigentlichen Wertschöpfung bis hin zu den Austauschbeziehungen mit Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und dem Gemeinwesen. CSR wird in der Praxis durch die Betrachtung und Gestaltung von vier zentralen Handlungsfeldern konkretisiert und handhabbar gemacht: Markt, Arbeitsplatz, Umwelt, Gemeinwesen.

Corporate Responsibility (CR)
Corporate Social Responsibility (CSR)

Corporate Sustainability
Nachhaltige Unternehmensführung / Nachhaltiges Wirtschaften

Corporate Volunteering
Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen durch die Investition der Zeit, des Know-hows und Wissens ihrer Mitarbeiter bzw. die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements von Mitarbeitern in und außerhalb der Arbeitszeit durch das Unternehmen.

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D


Diversity Management
Konzept der Unternehmensführung, das die Verschiedenheit der Beschäftigten (z.B. ethnische Herkunft, Geschlecht, Alter, körperliche Behinderung, Lebenstil, sexuelle, weltanschauliche und religiöse Orientierung) bewusst zum Bestandteil der Personalstrategie und Organisationsentwicklung macht, wodurch Chancengleichheit gewährleistet, Diskriminierungen im Unternehmen vermieden und Vielfalt als positiver Faktor für den Unternehmenserfolg genutzt werden sollen.

Dow Jones Sustainability Index (DJSI)
1999 initiierte Reihe von Aktienindizes, die die finanzielle Entwicklung von nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen messen.

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E


1:1 Projekt
Meist eintägiges Projekt, bei dem ein oder mehrere MitarbeiterInnen-Teams eines Unternehmens eine gemeinnützige Organisation bei einer besonderen Aktion für ihre AdressatInnen unterstützen und dabei im direkten 1:1-Kontakt sind: bei einem Ausflug Rollstühle schieben, Flüchtlingskindern vorlesen, Wohnungslose bei einem Weihnachtsfest bedienen, Demenzkranken bei der Gartenarbeit zuhören, u.ä.

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)
Häufig auch als Öko-Audit bezeichnet. Von der Europäischen Kommission entwickeltes Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung im betrieblichen Umweltschutz. Teilnehmende Organisationen müssen die betrieblichen Umweltauswirkungen überprüfen, ein Umweltmanagementsystem aufbauen, eine Umwelterklärung veröffentlichen und sich einer externen Überprüfung unterziehen.

Employee Volunteering
Corporate Volunteering

Enquê
te Kommission
Vom Deutschen Bundestag oder einem Landesparlament eingesetzte überfraktionelle Arbeitsgruppe, die langfristige, komplexere Fragestellungen lösen soll, in denen unterschiedliche juristische, ökonomische, soziale oder ethische Aspekte abgewogen und Leitlinien für die politische Gestaltung entwickelt werden. In der Enquête Kommission "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements" hat sich zwischen 1999 und 2002 erstmals auch der Bundestag mit CC/CSR befasst.

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F


Freiwilligenagentur
Lokale gemeinnützige Organisation, die BürgerInnen, Organisationen und Verwaltung zu bürgerschaftlichem Engagement berät, Engagierte in Organisationen vermittelt und Impulsprojekte und Programme durchführt, um mehr bürgerschaftliches Engagement zu motivieren. Einige Freiwilligenagenturen sind auch als lokale Mittler für engagierte Unternehmen aktiv.

FTSE4Good
Indexreihe für gesellschaftlich verantwortliches Investment, die Unternehmen führt, die weltweit anerkannte Standards verantwortlicher Unternehmensführung einhalten. Tabakproduzenten, Rüstungsunternehmen, Betreiber und Besitzer von Atomkraftwerken und Firmen, die Uran abbauen oder vermarkten, sind ausgeschlossen. Alle mit dem FTSE4Good Index erwirtschafteten Gewinne gehen an UNICEF.

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G


Gemeinwesen (Community)
In Deutschland v.a. räumlich bestimmte Organisationsform des gemeinschaftlichen Zusammenlebens jenseits der Familie. Das Gemeinwesen kann die Kommune sein, ein Stadtteil oder die Nachbarschaft, aber auch das Land, dem man sich zugehörig fühlt. In angelsächsischen Ländern bezeichnet "Community" darüber hinaus auch Gruppen mit gemeinsamen Interessen, Merkmalen, Aktivitäten, etc. Für Corporate Citizenship räumlicher Bezugspunkt von Engagement und potenziellen Kooperationspartnern (Standort). Handlungsfeld einer Verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility). Im Mittelpunkt stehen die Kooperationsbeziehungen eines Unternehmens zu seinem direktem Umfeld. Auch über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus unterstützen viele Unternehmen mit ihren Ressourcen und Kompetenzen gemeinnützige Organisationen und Zwecke in der Region. Spenden, Sponsoring und ehrenamtliches Engagement von MitarbeiterInnen sowie langfristige Partnerschaften mit sozialen Organisationen sind hierbei zentrale Themen, die bei gezieltem Einsatz positive Wirkungen auf die Unternehmensentwicklung haben können (Corporate Citizenship; Corporate Citizenship-Mix).

Global Compact
Freiwilliger Verhaltenskodex für Unternehmen, der vom ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan eingebracht wurde. Unternehmen sind aufgefordert, sich zu zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung zu bekennen und entsprechend zu handeln.

Global Reporting Initiative (GRI)
Die GRI entwickelt Richtlinien für die Erstellung von CSR- und Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen und Organisationen. Die aktuelle GRI-Richtlinie (G3) umfasst insgesamt über 120 Indikatoren, die sowohl das Unternehmen und dessen Leistung als auch den Bericht selbst beschreiben. Für bestimmte Branchen stehen ergänzende Sector Supplements zur Verfügung.

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I


ILO (International Labour Organization)
Internationale Arbeitsorganisation (IAO). Die Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik der ILO ist ein Referenzrahmen für Unternehmen, die international tätig sind. Die in der Erklärung niedergelegten Grundsätze verstehen sich als Leitlinien für multinationale Unternehmen in Bereichen wie Beschäftigung, Ausbildung, Arbeits- und Lebensbedingungen sowie Arbeitsbeziehungen.

Impulsprojekt
Einfaches, niedrigschwelliges, kurzfristiges Projekt, mit dem Corporate Citizenship und CSR in einem Unternehmen oder in einer Region bekannt gemacht und Erfahrungen mit neuen Engagementformen vermittelt werden (Lokaler Aktionstag, Marktplatz-Methode).

ISO 14001
Die weltweit gültige Norm ISO 14001 ist eine Vorgabe dessen, was ein "Umweltmanagement" in Unternehmen und anderen Organisationen beinhalten und leisten soll.

ISO 26000
Richtlinie zur zur gesellschaftlichen Verantwortung, die 2010 als internationale Norm veröffentlicht wurde und Unternehmen sowie Organisationen bei der Entwicklung, Umsetzung und Verbesserung von gesellschaftlicher Verantwortung unterstützt. Sie wurde in einem mehrjährigen Prozess von über 500 Experten aus 90 Ländern  erarbeitet und ist mit weiteren Normen und Standards kompatibel (z.B. GRI, Global Compact). Kernthemen sind: Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, Faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenanliegen, Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft. ISO 26000 ist keine zertifizierbare Managementsystem-Norm.

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K


Kompetenzspende
Unterstützung einer gemeinnützigen Organisation durch spezielles Fachwissen in Form einer kostenlosen Dienstleistung (z.B. von Architekten, Rechtsanwälten - die Organisation spart Ressourcen) oder als kostenlose Beratungs- oder Coaching-Leistung bei der Aneignung dieser Kompetenzen (z.B. im Bereich IT, PR - die Organisation erweitert ihr Handlungsvermögen).

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L


Lokaler Aktionstag für Unternehmen
Auch Social Day oder Freiwilligentag für Unternehmen. Öffentlichkeitswirksames Impulsprojekt, bei dem sich viele Unternehmen mit Teams ihrer MitarbeiterInnen an einem Tag in vielen gemeinnützigen Organisationen in ihrer Stadt engagieren und dort bauen, renovieren, eine besondere Aktion mit den Adressaten der Organisationen durchführen, Wissen weiter geben, u.v.m. (Aktivtag, 1:1-Projekt, Kompetenzspende) und dabei Erfahrungen mit neuen Engagementformen machen und Corporate Citizenship und CSR in ihrer Region bekannt machen.

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M


Markt (Marketplace)
Handlungsfeld einer Verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility). Im Mittelpunkt steht die Beziehung zu den Kunden. Die Maximierung der positiven und die Minimierung der negativen sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Produkten / Dienstleistungen und ihrer Herstellung bestimmen in entscheidendem Maße den Beitrag eines Unternehmens zur Gesellschaft. Produktsicherheit und -qualität, Anti-Korruption, faire Preise, umfassende Verbraucherinformationen oder Ehrlichkeit in der Werbung sind einige der zentralen Themen im Handlungsfeld "Markt".

Marktplatz-Methode / Engagement-Marktplatz
Kurze lokale Veranstaltung, bei der direkt konkrete gemeinsame Vorhaben von Unternehmen und Gemeinnützigen vereinbart und damit neue Beziehungen im Gemeinwesen angebahnt werden. Als "Boeursvloer", Börsenparkett, in den Niederlanden entwickelt, als "Gute Geschäfte" von Bertelsmann Stiftung und KPMG in Deutschland bekannt gemacht, werden Marktplätze mittlerweile in vielen Kommunen mit ganz unterschiedlichen Titeln durchgeführt.

Matching / Matching Funds
Anreiz durch Aufstockung einer Spende z.B. um den gleichen Betrag, den ein anderer gespendet hat; bzw. Spenden-Fonds, der durch Matching - bspw. von Mitarbeiter-Spenden durch ihr Unternehmen - aufgebaut wird.

Mentoring
In der Sozialen Arbeit Unterstützung von Adressaten einer Organisation bei ihrer persönlichen oder beruflichen Entwicklung durch eine strukturierte Beziehung zu nicht-professionellen ehrenamtlichen Ratgebern oder Beratern. Von Unternehmen als Corporate Volunteering Instrument eingesetzt.

Mittler / Mittlerorganisation
Vermittler zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und der öffentlichen Verwaltung für Corporate Citizenship-Projekte. Mittlerorganisationen sind in der Regel lokal / regional tätige gemeinnützige Organisationen, die sich im gemeinnützigen und politischen Bereich sowie in der Verwaltung in ihrer Region gut auskennen und für Unternehmen als "Lotse" im Gemeinwesen fungieren und über die bloße Recherche und Vermittlung passender potenzieller Kooperationspartner hinaus weitere Aufgaben bei der Entwicklung und Umsetzung von Corporate Citizenship-Projekten übernehmen. Auch Kommunen und einige nicht-gemeinnützige Dienstleister sind als Mittlerorganisationen aktiv.

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N


Nachhaltigkeitsbericht / Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Ermittlung, Veröffentlichung und Rechenschaftslegung der unternehmerischen Leistung gegenüber internen und externen Stakeholdern im Hinblick auf die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. Die Veröffentlichung erfolgt häufig in Form eines periodisch erscheinenden Berichts, ähnlich dem Geschäftsbericht von Unternehmen.

Nachhaltigkeit / Nachhaltige Entwicklung
Gesellschaftliches Leitbild, das eine Entwicklung beschreibt, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Um dies zu erreichen, müssen ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen berücksichtigt und in eine ausgewogene Balance gebracht werden.

Nachhaltige Unternehmensführung / Nachhaltiges Wirtschaften
Eine Form des Wirtschaftens, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Konzept verbindet daher soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte der Unternehmenstätigkeit.

NGO
Eine Non-Governmental Organization (Nichtregierungsorganisation) ist eine nicht auf Gewinn gerichtete, von staatlichen Stellen weder organisierte noch abhängige Organisation.

NPO
Non-Profit-Organisation, gemeinnützige Organisation.

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O


OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Empfehlung von Regierungen an Unternehmen für gesellschaftlich verantwortliches Handeln. Sie sind in zehn Kapitel untergliedert, die Bezug auf internationale Vereinbarungen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte oder die ILO-Kernarbeitsnormen nehmen. Ziel ist die Förderung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung sowie des Vorsorgeprinzips.

OHSAS 18001 (Organizational Health and Safety Assessment System)
International anerkannter Standard für die Zertifizierung von Managementsystemen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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P


People, Planet, Profit
Triple bottom line

Pro bono
"pro bono publico" - zum Wohl der Öffentlichkeit. Pro bono sind Leistungen ohne Bezahlung - bspw. solche, die Beratungsunternehmen im Rahmen ihrer Corporate Citizenship-Strategie für gemeinnützige Organisationen erbringen, um sie bei einer ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Public Private Partnership
Kooperation von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung bei der sozialen Daseinsvorsorge, bspw. bei der Mobilisierung privaten Kapitals und Know hows für Bereiche wie Abfall, Wasser, Energie, Kinderbetreuung, Gesundheit, etc., in die beide Partner ihre jeweiligen Stärken einbringen. Oft auch Bezeichnung für eine Verabredung zum beiderseitigen Nutzen, z.B. bei der Ausschöpfen von Entscheidungs- oder Verfahrensspielräumen durch den public-, und dem Bau einer Kita oder eines Schwimmbades durch den private-Partner.

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R


Responsible Business
Corporate Social Responsibility (CSR)

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S


Secondment
Mitarbeiter, deren Arbeitsauslastung vorübergehend gering ist, die aus dem Unternehmen ausscheiden werden (z.B. kurz vor dem Ruhestand) oder sich auf einen Karriereschritt vorbereiten und dafür eine kreative Auszeit bekommen, werden ihren Fähigkeiten entsprechend für einen definierten längeren Zeitraum an soziale Organisationen ausgeliehen und bleiben in dieser Zeit bezahlte Mitarbeiter ihres Unternehmens.

Social Accountability 8000 (SA8000)
1997 aufgestellter Standard, der die Arbeitsbedingungen in Unternehmen und deren Lieferanten bewertet. Der Standard ist auf die Zertifizierung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer ausgelegt und umfasst z.B. Kriterien aus den Bereichen Kinderarbeit, Arbeitszeiten, Gesundheit und Sicherheit, Diskriminierung, Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit, Löhnen und Disziplinarmaßnahmen.

Social Case
Gesellschaftliche Wirkung des Engagememts von Unternehmen im Gemeinwesen.

Social Commissioning
Auftragsvergabe an soziale Organisationen bzw. die gezielte geschäftliche Partnerschaft mit gemeinnützigen Organisationen, die z.B. behinderte und sozial benachteiligte Menschen beschäftigen, als (gleichfalls kompetente und konkurrenzfähige) Dienstleister und Zuliefererbetriebe, mit der Absicht, die Organisationen durch die Auftragsvergabe zu unterstützen.

Social Entrepreneurship
Unternehmerisches Handeln, das auf die langfristige Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit innovativen und skalierbaren Mitteln abzielt, anstatt profitorientierte Ziele zu verfolgen.

Social Lobbying
Lobbying für soziale Anliegen bzw. der Einsatz von Kontakten und Einfluss des Unternehmens für die Ziele gemeinnütziger Organisationen oder für Anliegen spezieller Gruppen im Gemeinwesen.

Socially Responsible Investment (SRI)
Investment nach sozialen und ökologischen Kriterien, z.B. in Aktien von Unternehmen, die nachweisbar eine CSR-Strategie verfolgen und bspw. in einem entsprechenden Index gelistet sind (DJSI, FTSE4Good).

Sozial Kapital
Der Wert von Beziehungen in sozialen Netzwerken, den diese für die einzelnen Akteure wie für das Gemeinwesen haben. Soziales Kapital lässt sich als Ressource mobilisieren, nutzen und vermehren und wächst (was den Begriff "Kapital" rechtfertigt) mit seinem Gebrauch. Unterschieden wird zwischen "verbindendem" Sozialen Kapital (bonding: soziale Beziehungen können die Identität und Verantwortung innerhalb eines Gemeinwesens stärken; der "Kitt", der eine Gemeinschaft zusammenhält) und "brückenbildendem" Sozialen Kapital (bridging: das "Gleitmittel", das den Zugang zu anderen Akteuren und Ressourcen erleichtert). Das Konzept wurde maßgeblich in der nordamerikanischen Soziologie entwickelt (Coleman, Putnam), und spielte in Deutschland in der Enquête-Kommission "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements" eine entscheidende Rolle.

Soziale Kooperation
Zusammenwirken von Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und öffentlicher Verwaltung in Corporate Citizenship-Projekten, in das jeder seine spezifischen Stärken einbringt, wodurch ein Mehrwert für alle Beteiligten entsteht.

Spende
Ethisch motivierte selbstlose Unterstützung gemeinnütziger Organisationen und ihrer ideellen Ziele ohne Gegenleistung mit Geld, Sachen, Unternehmensleistungen, -produkten und -logistik.

Sponsoring / Social Sponsoring / Sozialsponsoring
Geschäft auf Gegenseitigkeit im Rahmen der Kommunikation eines Unternehmens zur Förderung eines gemeinnützigen Zwecks (Geld gegen Werbung).

Stakeholder
Alle Personen, Personengruppen oder Institutionen, die die Ziele eines Unternehmens und deren Erreichung beeinflussen können oder selber durch die Ziele und deren Erreichung beeinflusst werden. Im Austausch für die Bereitstellung von unternehmensrelevanten Ressourcen, wie z. B. Sach-, Finanz- und Humankapital, Wissen, Informationen oder gesellschaftliche Akzeptanz, kommt
das Unternehmen den verschiedenen Ansprüchen nach.

Stakeholder-Dialog
Zielgerichteter Austausch mit ausgewählten Stakeholdern, um eigene Ziele bekannt zu machen, Interessen und Ansprüche kennen zu lernen und die eigene Zielerreichung zu unterstützen.

Sustainability / Sustainable Development
Nachhaltigkeit / Nachhaltige Entwicklung

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T


Triple Bottom Line
Wörtlich "drei Striche unter der Bilanz" - Gemeint ist die dreifache Rechenschaftslegung eines Unternehmens nach sozialen (people), ökologischen (planet) und ökonomischen (profit) Gesichtspunkten.

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U


Umwelt (Environment)
Handlungsfeld einer Verantwortlichen Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility).  Es umfasst die ökologisch relevanten Aspekte der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Durch den Verbrauch und die Umwandlung von Ressourcen hat die Unternehmenstätigkeit Auswirkung auf die natürliche Umwelt. Zentrale Themen sind u.a. Energie- und Ressourceneffizienz, Biodiversität und die Reduktion von Emissionen.

Unternehmensstiftungen
Corporate Foundations

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V


Venture Philanthropy
Soziales Risiko-Kapital bzw. unternehmerisch agierende Risiko-Kapitalgeber, die für eine begrenzte Zeit und ein bestimmtes Vorhaben sowohl Geld als auch Know-how in gemeinnützige Organisationen investieren.

Verantwortliche Unternehmensführung
Corporate Social Responsibility (CSR)

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W


Work-Life-Balance (Vereinbarkeit von Familie und Beruf)
Die Möglichkeit sich zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits zu widmen, unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die dabei auftreten können.

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Weiteres zum Thema

Wie funktionieren Kooperationen zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und der öffentlichen Verwaltung? Und was können die einzelnen Akteure dazu beitragen? Wie geht man erste Schritte im Bereich CSR?

Erste Schritte