Studie

Studie zur CSR-Berichtspflicht veröffentlicht

Das Deutsche Rech­nungsle­gungs Stan­dards Com­mit­tee e.V. (DRSC) veröf­fentlicht den Abschluss­bericht zur vom Bun­desmin­is­teri­um der Jus­tiz und für Ver­brauch­er­schutz (BMJV) beauf­tragten Hor­i­zon­tal­studie sowie zu Hand­lungsempfehlun­gen für die Über­ar­beitung der CSR-Richtlinie.

Das Bun­desmin­is­teri­um der Jus­tiz und für Ver­brauch­er­schutz (BMJV) hat im März 2020 den Deutsche Rech­nungsle­gungs Stan­dards Com­mi­tee e.V. (DRSC) mit ein­er umfan­gre­ichen Unter­suchung zu der Frage beauf­tragt, wie deutsche Unternehmen diese Bericht­spflicht­en erfüllen. Der Auf­trag umfasste die Erhe­bung und Auswer­tung der soge­nan­nten nicht­fi­nanziellen Erk­lärun­gen und Berichte für die Geschäft­s­jahre 2017 bis 2019, eine Stake­hold­er-Befra­gung unter Beteili­gung sämtlich­er betrof­fen­er Kreise sowie die Entwick­lung von Hand­lungsempfehlun­gen für die Stärkung der CSR-Bericht­spflicht­en auf europäis­ch­er Ebene.

Im Rah­men der Arbeit­en wurden

  • die nicht­fi­nanzielle Berichter­stat­tung von 100 repräsen­ta­tiv aus­gewählten Unternehmen über den Zeitraum 2017–2019 (Hor­i­zon­tal­studie) anhand von 15 vorgegebe­nen Fragestel­lun­gen einge­hend untersucht,
  • vier dreistündi­ge Ein­bindungsver­anstal­tun­gen mit jew­eils 25 Teilnehmer(inne)n aus allen Stake­hold­er­grup­pen durchge­führt sowie
  • auf Grund­lage der vorste­hen­den Arbeit­en Hand­lungsempfehlun­gen zur anste­hen­den Über­ar­beitung der CSR-Richtlin­ie in Bezug auf acht über­ge­ord­nete Fragestel­lun­gen unterbreitet.

Der Abschluss­bericht enthält detail­lierte Aus­führun­gen zu den Ergeb­nis­sen der Hor­i­zon­tal­studie, exem­plar­isch seien die fol­gen­den genannt:

  • Die Mehrzahl der unter­sucht­en Unternehmen hat die nicht­fi­nanzielle Erk­lärung außer­halb des Lage­berichts in einem geson­derten nicht­fi­nanziellen Bericht veröffentlicht.
  • Nahezu alle Unternehmen in der Stich­probe haben über alle geset­zlich geforderten Min­destaspek­te (Umwelt‑, Arbeit­nehmer- und Sozial­be­lange, Achtung der Men­schen­rechte und Bekämp­fung von Kor­rup­tion und Bestechung) berichtet.
  • Die berichteten Sachver­halte und die Bericht­stiefe vari­ierte stark, und ins­beson­dere die Risikoberichter­stat­tung ist im Detail noch nicht sehr ausgeprägt.
  • Bei der Erstel­lung der nicht­fi­nanziellen Erklärungen/Berichte wird über­wiegend auf Rah­men­werke zurück­ge­grif­f­en. Die Stan­dards der Glob­al Report­ing Ini­tia­tive (GRI) wur­den ins­ge­samt am häu­fig­sten genan­nt, der Deutsche Nach­haltigkeit­skodex (DNK) find­et ins­beson­dere bei Finanz­di­en­stleis­tung­sun­ternehmen Anwendung.
  • Knapp 60 Prozent der unter­sucht­en nicht­fi­nanziellen Erklärungen/Berichte wur­den kein­er inhaltlichen Prü­fung durch Externe unter­zo­gen. Wenn extern geprüft wor­den ist, dann erfol­gte die Prü­fung weit über­wiegend mit begren­zter Sicherheit.

Auf Grund­lage der Ergeb­nisse aus der Hor­i­zon­tal­studie sowie der bei den Ein­bindungsver­anstal­tun­gen erhal­te­nen Wort­mel­dun­gen hat der gemein­same Fachauss­chuss in mehreren öffentlichen Sitzun­gen einge­hend über Hand­lungsempfehlun­gen berat­en. Das DRSC emp­fiehlt danach u.a.,

  • für den Fall ein­er Ausweitung des Gel­tungs­bere­ichs der nicht­fi­nanziellen Berichter­stat­tung auf europäis­ch­er Ebene in erster Lin­ie eine Erweiterung auch auf nicht kap­i­tal­mark­to­ri­en­tierte, haf­tungs­beschränk­te Unternehmen zu prüfen,
  • die Veröf­fentlichungs­form zu vere­in­heitlichen durch Vor­gabe ein­er geschlosse­nen Darstel­lung der nicht­fi­nanziellen Infor­ma­tio­nen (aber nicht notwendi­ger­weise im Lage­bericht) und ein­er Offen­le­gung im Bun­de­sanzeiger, die Vor­gaben der EU-Bilanzrichtlin­ie zur nicht­fi­nanziellen Berichter­stat­tung zu präzisieren und nachzuschärfen,
  • bei der Berichter­stat­tung über nicht­fi­nanzielle Risiken den Fokus auf die Darstel­lung der Art der Risiken, die vom Unternehmen zu deren Eindäm­mung beschlosse­nen und der tat­säch­lich getrof­fe­nen Maß­nah­men sowie deren Ziel­er­re­ichung zu legen,
  • für den Fall ein­er Stan­dar­d­isierungsvor­gabe in der EU-Richtlin­ie auf glob­ale Rah­men­werke und branchen­spez­i­fis­che Stan­dards zurück­zu­greifen und eine eigen­ständi­ge europäis­che Stan­dar­d­isierung auf Metriken zur Erfül­lung europaspez­i­fis­ch­er Recht­snor­men zu beschränken sowie
  • die Pflicht zur Prü­fung der nicht­fi­nanziellen Erk­lärung in Stufen einzuführen.

„Ich freue mich über die umfan­gre­iche und detail­lierte Studie zur CSR-Berichter­stat­tung in Deutsch­land und danke dem DRSC für sein großes Engage­ment bei der Auf­bere­itung der The­matik. Die Berichter­stat­tung von Unternehmen zu ökol­o­gis­chen, sozialen und gesellschaftlichen Aspek­ten im Zusam­men­hang mit der unternehmerischen Tätigkeit stellt einen wichti­gen Baustein zur Erre­ichung der Ziele des Euro­pean Green Deal und der Agen­da 2030 der Vere­in­ten Natio­nen dar. Die Auswer­tung zeigt, dass die Güte der nicht­fi­nanziellen Erk­lärun­gen und Berichte zwar über die Jahre zugenom­men hat, aber den­noch hin­ter dem Möglichen zurück­bleibt. Die Hand­lungsempfehlun­gen des DRSC wer­den einen wichti­gen Beitrag leis­ten zu der öffentlichen Debat­te, wie die CSR-Bericht­spflicht­en auf europäis­ch­er Ebene gestärkt und effek­tiv­er aus­gestal­tet wer­den kön­nen“, sagt Bun­desjus­tizmin­is­terin Chris­tine Lambrecht.

Deutsches Rech­nungsle­gungs Stan­dards Com­mit­tee e.V.
Joachim­sthaler Str. 34
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 20 64 12 — 0
Mail: info@drsc.de

Teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email